Parkinson und Zucker30. Mai 2022 (v.l.) Prof. Tiago Outeiro und Dr. Annekatrin König, Abteilung für Experimentelle Neurodegeneration der UMG. (Foto: umg/spförtner) Die Parkinson-Stiftung zeichnet Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen für ihren Projektvorschlag „Glykierung von alpha-Synuclein als Biomarker“ mit dem Innovations-Preis in der Kategorie „Grundlagenforschung“ aus. Der Preis ist mit 100.000 Euro dotiert. Dr. Annekatrin König, wissenschaftliche Mitarbeiterin, und Prof. Tiago Fleming Outeiro, Direktor der Abteilung für Experimentelle Neurodegeneration der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), sind von der Parkinson Stiftung mit dem Innovationspreis in der Kategorie „Grundlagenforschung“ ausgezeichnet worden. Die Wissenschaftler erhielten die Auszeichnung für die Konzeption einer Studie zur Untersuchung von durch Zucker modifiziertem alpha-Synuclein. Der Preis wurde erstmals überhaupt verliehen und im Rahmen des Parkinson-Tages der Stiftung am 7. April 2022 online überreicht. Bestandteil des prämierten Konzeptes ist die Entwicklung und Produktion von spezifischen Antikörpern. Mithilfe dieser Antikörper können bestimmte durch Zucker modifizierte Proteine erkannt und markiert werden. „Wir wissen seit Langem, dass es einen Zusammenhang zwischen der Zuckerkrankheit Diabetes und der Parkinson-Krankheit gibt. Zum Beispiel leiden Diabetes-Patienten etwas häufiger unter Parkinson. Worin dieser Zusammenhang auf zellulärer beziehungsweise molekularer Ebene besteht, ist jedoch noch unklar“, sagt Outeiro. Ein besseres Verständnis dieser Prozesse könnte aber dabei helfen zu verstehen, weshalb manche Menschen die Parkinson-Krankheit bekommen. „Wir vermuten, dass durch die erhöhten Zuckerkonzentrationen im Gehirn und im Blut von Diabetikern bestimmte Proteine verändert werden, sich dies auf die Nervenzellen auswirkt und zur Entstehung von Parkinson beitragen kann,“ erklärt König. Die speziell hergestellten Antikörper sollen eingesetzt werden, um gezielt zu überprüfen, ob durch Zucker modifizierte Proteine bei der Entstehung der Erkrankung eine Rolle spielen. Innovationspreis der Parkinson-Stiftung Der Innovationspreis der Parkinson-Stiftung wurde 2022 erstmalig verliehen. Damit sollen wissenschaftlich fundierte Konzepte prämiert werden, die ein hohes Potenzial für entscheidende Verbesserungen bei der Verzögerung oder Therapie der Parkinson-Erkrankung beziehungsweise der Versorgung der Patienten haben. Mithilfe des Preisgeldes sollen Schlüsselexperimente ermöglicht werden, die für klassische Förderprogramme zu risikoreich wären. Der Preis wurde in den Kategorien „Grundlagenforschung“, dotiert mit 100.000 Euro, sowie Versorgungsforschung, dotiert mit 50.000 Euro, verliehen.
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