Parodontitis und COPD28. März 2019 © Yakobchuk Olena – fotolia.com In einer aktuellen Studie hat sich herausgestellt, dass die Parodontitisprävalenz bei Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) höher war als bei Probanden ohne COPD. Die Studienautoren, die über ihre Erkenntnisse im „International Journal of Chronic Obstructive Pulmonary Disease“ berichten, schlagen daher vor, dass Ärzte und Zahnärzte diejenigen Patienten, die an der chronischen Lungenkrankheit leiden, für diese Problematik sensibilisieren. Dies gelte, so raten die Wissenschaftler aufgrund ihrer Beobachtungen, insbesondere für jüngere COPD-Patienten, solche mit geringeren Schulabschlüssen und Depressionen und/oder Angstzuständen. Die deskriptive Studie wurde mithilfe von Daten aus den National/European Health Interview Surveys in Spanien aus den Jahren 2006, 2011/12 und 2014 durchgeführt. Eingeschlossen wurden Patienten ab dem 40. Lebensjahr, Angaben zum COPD-Status stammten von den Betroffenen selbst. Jedem COPD-Patienten wurde eine Kontrolle ohne COPD gegenübergestellt. Ob eine Parodontitis vorlag, ermittelten die Studienautoren anhand der Antworten „Meine Zähne bluten spontan oder beim Zähneputzen“ und/oder „Meine Zähne bewegen sich“ auf die Frage: „Leiden Sie an einer dieser Zahn- und Munderkrankungen oder Erkrankungen?“ Zu den unabhängigen Variablen gehörten demografische, sozioökonomische und gesundheitsbezogene Aspekte, der Status der Mundgesundheit sowie Komorbiditäten. Die Prävalenz von Parodontalerkrankung war bei COPD-Patienten höher als bei den entsprechenden Kontrollen ohne COPD (26,5 vs. 22,2%; p<0,001). Die adjustierte Odds Ratio (aOR) für Parodontalerkrankung betrug bei COPD-Patienten 1,21 (95%-Konfidenzintervall [KI] 1,12–1,30). Psychische Störungen (aOR 1,61; 95%-KI 1,32–1,97) waren positiv mit einem erhöhten Risiko für Parodontitis assoziiert. Höheres Alter, eine private zahnärztliche Krankenversicherung und eine Hochschulausbildung stellten Variablen dar, die mit niedrigeren Parodontitisraten assoziiert waren. Fazit Die Prävalenz der Parodontitis war bei denjenigen mit COPD im Vergleich zu Nicht-COPD-Kontrollen höher. Zahnärzte und Ärzte sollten ihre COPD-Patienten stärker sensibilisieren. (ac) Autoren: Lopez-de-Andrés A et al. Korrespondenz: Prof. Ana Lopez-de-André, Preventive Medicine and Public Health Teaching and Research Unit, Health Sciences Faculty, Universidad Rey Juan Carlos, 28922 Alcorcón, Spanien; [email protected] Studie: Is COPD associated with periodontal disease? A population-based study in Spain Quelle: Int J Chron Obstruct Pulmon Dis 2018;13:3435–45. Web: https://doi.org/10.2147/COPD.S174898
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