PCI-Nachbehandlung: Ereignisrate senken ohne erhöhtes Blutungsrisiko25. August 2025 © iushakovsky – stock.adobe.com (Symbolbild) Die optimale Strategie zur langfristigen Aufrechterhaltung der Thrombozytenaggregationshemmung (TAH) bei Patienten, die sich einer perkutanen Koronarintervention (PCI) unterzogen haben, ist nach wie vor unklar. In der Studie SMART-CHOICE 3 konnten Wissenschaftler aus Südkorea nun aber zeigen, dass eine Clopidogrel-Monotherapie nach abgeschlossener Standardtherapie mit dualer Plättchenhemmung (DAPT) im Vergleich zur Monotherapie mit Acetylsalicylsäure (ASS) die bessere Wahl zu sein scheint. Die multizentrische, randomisierte, offene Studie wurde an 26 Standorten in Südkorea durchgeführt. Inkludiert waren 5506 Patienten, die sich einer PCI mit medikamentenbeschichteten Stents unterzogen hatten, ein hohes Risiko für wiederkehrende ischämische Ereignisse (früherer Myokardinfarkt zu irgendeinem Zeitpunkt vor Studienbeginn, medikamentös behandelter Diabetes oder komplexe Koronarläsionen) aufwiesen und die Standarddauer der DAPT nach PCI abgeschlossen hatten. Die Studienteilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip (1:1) einer oralen Monotherapie mit Clopidogrel (75 mg 1-mal täglich; n=2752) oder ASS (100 mg 1-mal täglich; n=2754) zugewiesen. Die mediane Zeit zwischen PCI und Randomisierung betrug 17,5 Monate (IQR 12,6–36,1). Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 2,3 Jahren (IQR 1,6–3,0) trat der primäre Endpunkt bei 92 Patienten in der Clopidogrel-Gruppe und bei 128 Patienten in der ASS-Gruppe auf (geschätzte 3-Jahres-Inzidenz nach Kaplan-Meier 4,4%; 95%-KI 3,4–5,4 vs. 6,6%; 95%-KI 5,4–7,8; HR 0,71; 95%-KI 0,54–0,93; p=0,013). Mit Blick auf die einzelnen Komponenten des Endpunktes kam es zu: Tod aufgrund jeglicher Ursache bei 50 Patienten in der Clopidogrel-Gruppe und 70 in der ASS-Gruppe (3-Jahres-Inzidenz 2,4%; 95%-KI 1,6–3,1 vs. 4,0%; 95%-KI 2,9–5,0; HR 0,71; 95%-KI 0,49–1,02); Myokardinfarkt bei 23 Patienten in der Clopidogrel-Gruppe und 42 in der ASS-Gruppe (3-Jahres-Inzidenz 1,0%; 95%-KI 0,6–1,4 vs. 2,2%; 95%-KI 1,4–2,9; HR 0,54; 95%-KI 0,33–0,90) Schlaganfall bei 23 Patienten in der Clopidogrel-Gruppe und 29 in der ASS-Gruppe (3-Jahres-Inzidenz 1,3%; 95%-KI 0,7–2,0 vs. 1,3%; 95%-KI 0,8–1,7; HR 0,79; 95%-KI 0,46–1,36). Es gab keinen Unterschied im Blutungsrisiko zwischen Clopidogrel- und ASS-Gruppe (3-Jahres-Inzidenz 3,0%; 95%-KI 2,0–3,9 vs. 3,0%; 95%-KI 95%-KI 2,2–3,9; HR 0,97; 95%-KI 0,67–1,42). Clopidogrel war im Vergleich zu ASS nicht mit einer höheren Inzidenz von unerwünschten Ereignissen assoziiert. Fazit In der Studie reduzierte Clopidogrel vs. ASS signifikant die kumulative Inzidenz eines Kompositums aus Gesamtsterblichkeit, Myokardinfarkt und Schlaganfall (primärer Endpunkt), ohne dass sich das Blutungsrisiko offensichtlich erhöhte. (ah) Autoren: Choi KH et al. Korrespondenz: Joo-Yong Hahn; [email protected] Studie: Efficacy and safety of clopidogrel versus aspirin monotherapy in patients at high risk of subsequent cardiovascular event after percutaneous coronary intervention (SMART-CHOICE 3): a randomised, open-label, multicentre trial Quelle: Lancet 2025;405(10486):1252–1263. Web: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(25)00449-0
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