Pectoralis-Muskel-Fläche zur Beurteilung von Emphysemen bei Rauchern16. August 2023 © Esther Pueyo – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Fläche des Pectoralis-Muskels (PMA) ist ein leicht erhältliches Maß für die Muskelmasse und kann als hilfreicher Ersatz für die Beurteilung des Verlustes an Skelettmuskulatur bei Rauchern dienen. Wie die Autoren einer neuen Studie berichten, korrelierte in ihrer Untersuchung eine verringerte PMA mit der Progression von Emphysemen, jedoch nicht mit einer Verschlechterung der Lungenfunktion. Zum Ausgangspunkt ihrer Forschung erklären die Wissenschaftler, dass der Verlust an Muskulatur eine wichtige extrapulmonale Manifestation der Chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) darstelle. Während die Dual-Energy-Röntgenabsorptiometrie (DXA) das Verfahren der Wahl zur Messung der Körperzusammensetzung sei, werde es nicht oft zur Bewertung der Muskelmasse eingesetzt. Die PMA, so fahren die Studienautoren fort, lasse sich mittels Computertomographie (CT) quantifizieren und ermögliche im Querschnitt Vorhersagen zur COPD-bedingten Morbidität. Untersuchungen zum Vergleich von PMA-Quantifizierung mit DXA-Messungen oder zur Beurteilung des Zusammenhangs von PMA und der Progression der Lungenerkrankung im Längsschnitt habe es bislang keine gegeben. In ihrer Publikation nun berichten die Forschenden über Teilnehmer aus ihre Längsschnittkohorte mit Tabakexposition mit Ausgangs- und 6-Jahres-Daten aus CT (n=259) und DXA-Untersuchung (n=164). Die PMA war sowohl in Querschnittmodellen stärker mit DXA-Messungen assoziiert als mit dem Body-Mass-Index (BMI) (Fettfreie-Masse-Index [FFMI; ermittelt aus DXA-Messungen]: β=0,76; 95%-KI 0,65–0,86; p<0,001; Index appendikulärer skelettaler Muskelmasse [ASMI; ermittelt aus DXA]: β=0,76; 95%-KI 0,66–0,86; p<0,001; BMI: β=0,36; 95%-KI 0,25–0,47; p<0,001) als auch in Längsschnittmodellen (ΔFFMI: β=0,43; 95%-KI 0,28–0,57; p<0,001; ΔASMI: β=0,42; 95%-KI 0,27–0,57; p<0,001; ΔBMI: β=0,34; 95%-KI 0,22-0,46; p<0,001). Die Veränderung der PMA über 6 Jahre war laut den Forschenden mit einer Veränderung von Emphysemen über diesen Zeitraum betrachtet verbunden (β=0,39; 95%-KI 0,23–0,56; p<0,001), jedoch nicht mit einer Veränderung der Atemwegsobstruktion über 6 Jahre. Fazit Die PMA ist ein leicht erhältliches Maß für die Muskelmasse und kann als nützliches klinisches Surrogat für die Bewertung des Skelettmuskelverlusts bei Rauchern dienen. Eine verringerte PMA korrelierte mit der Progression des Emphysems, nicht aber mit einer Verschlechterung der Lungenfunktion. Dies lasse die Schlussfolgerung zu, dass es einen Unterschied in der Pathophysiologie gibt, die das Emphysem, die Obstruktion des Luftstroms und das Komorbiditätsrisiko verursacht, formulieren die Wissenschaftler. (ac) Autoren: O´Brien ME et al. Korrespondenz: Jessica Bon; [email protected] Studie: CT pectoralis muscle area is associated with DXA lean mass and correlates with emphysema progression in a tobacco-exposed cohort Quelle: Thorax 2023;78(4):394–401. Web: https://doi.org/10.1136/thoraxjnl-2021-217710
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