Perinatale Medizin: DPGM erweitert CRONOS-Studie

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CRONOS+ untersucht nun die psychische Gesundheit von Schwangeren mit COVID-19 als Teil der multizentrischen CRONOS-Registerstudie.

Die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) ist als wissenschaftliche Fachgesellschaft daran interessiert, die Auswirkungen einer COVID-19-Infektion auf das psychische Wohlbefinden von betroffenen Schwangeren besser zu verstehen. Dazu hat die DGPM gemeinsam mit Data4Life die Studie CRONOS+ ins Leben gerufen. Für CRONOS+ stellt Data4Life eine digitale Plattform bereit, über die Patientinnen ihre Erfahrungen mit COVID-19 während und bis zu sechs Wochen nach der Schwangerschaft teilen können.

Bereits seit dem Frühjahr 2020 untersucht die DGPM im Rahmen der Registerstudie “Covid-19 Related Obstetric and Neonatal Outcome Study in Germany” (CRONOS) die Auswirkungen einer Infektion mit dem Coronavirus auf die Gesundheit von Müttern und Neugeborenen. Derzeit sind Daten von über 3000 Frauen verfügbar, die während der Schwangerschaft positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden. Mit diesen Informationen kann die DGPM notwendige Empfehlungen zur Behandlung und Beratung von Schwangeren und deren Neugeborenen in Deutschland geben.

CRONOS+ ist eine wichtige Teilkomponente von CRONOS, mit der jetzt auch Informationen zu den psychischen Auswirkungen einer COVID-19 Infektion gewonnen werden können. An CRONOS+ können sich alle Schwangeren beteiligen, die positiv auf COVID-19 getestet wurden. Die Teilnehmerinnen beantworten nach ihrer Registrierung bei Data4Life einen ersten digitalen Fragebogen und im Anschluss ein bis zweimal pro Monat weitere Fragen zu den Auswirkungen der Pandemie auf das Schwangerschafts-Empfinden und die Betreuung während Schwangerschaft und Wochenbett.

Deutschlandweit rekrutieren mehr als 150 Kliniken Teilnehmerinnen für die CRONOS-Registerstudie. Neben den bereits an CRONOS beteiligten Kliniken sind jetzt auch niedergelassene Gynäkologinnen und Gynäkologen dazu aufgerufen, ihre schwangeren Patientinnen mit positivem COVID-19-Befund auf die Möglichkeit der Studienteilnahme an CRONOS+ hinzuweisen. „Durch die direkte Befragung der mit COVID-19 infizierten Schwangeren geben wir den betroffenen Frauen eine Stimme”, sagt Prof. Dr. Ulrich Pecks, Leiter der Geburtshilfe am Universitätsklinikum Kiel und Forschungsbeauftragter der DGPM.

„Wichtig ist es uns, auch die psychischen Auswirkungen von COVID-19 beurteilen zu können. Deshalb haben wir das Register um die Befragung mit CRONOS+ erweitert”, erklärt Prof. Dr. Mario Rüdiger, Leiter des Bereiches Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin am Universitätsklinikum Dresden und Gründungsdirektor des Zentrums für feto-neonatale Gesundheit an der Technischen Universität Dresden. Seit Jahrzehnten setzt sich die DGPM für die Gesundheit von Mutter und Kind ein.

„Aus diesem Grunde war es für uns wichtig, auch die Auswirkungen von COVID-19 auf die Schwangeren und deren Neugeborenen zu untersuchen“ sind sich die beiden Forschungsbeauftragten der DGPM einig. “Mit der Erfassung von subjektiven Angaben der Betroffenen, sogenannten Patient-Reported Outcomes, können klinisch erhobene Daten sinnvoll ergänzt werden und zu noch besserer Kenntnis über einzelne Krankheiten führen”, sagt PD Dr. med. Cornelius Remschmidt, Epidemiologe und Chief Medical Officer bei Data4Life. “Die individuellen Angaben zum Wohlbefinden der Teilnehmerinnen geben uns wertvolle Einblicke für die Erforschung von COVID-19 und die Entwicklung von Behandlungen.”