Perioperatives Überleben bei gynäkologischen Tumoren: Frailty ein wichtiger Prädiktor für das Outcome7. Oktober 2025 Foto: © robert-kneschke/stock.adobe.com Gebrechlichkeit („Frailty“) wirkt sich bei Patientinnen mit gynäkologischen Tumoren erheblich auf kurz und langfristige Ergebnisse nach einer Operation aus. Eine große bevölkerungsbasierte Analyse im Fachjournal „Gynecologic Oncology“ belegt Zusammenhänge mit Komplikationen, Mortalität, Kosten und Langzeitüberleben. „Die Beziehung zwischen Frailtyund kurz- wie langfristigen Outcomes ist in der gynäkologischen Onkologie bislang wenig untersucht. Wir wollten den Zusammenhang von Frailty mit 30-Tages-Komplikationen, Kosten, Mortalität und dem Langzeitüberleben nach chirurgischen Eingriffen bewerten“, schreiben Dr. Julie M.V. Nguyen von der McMaster University in Hamilton und ihre Kollegen. Sie analysierten retrospektiv 21.359 Patientinnen, die sich in Ontario zwischen 2009 und2021 einer Laparotomie wegen eines gynäkologischen Malignoms unterzogen. Frailty wurde anhand zweier Indizes definiert: des preoperative Frailty Index (pFI) und des JohnHopkins Adjusted Clinical Groups Frailty Indicator (ACG). Nach dem pFI galten 6,6 Prozent (n=1405), nach dem ACG 5,4 Prozent (n=1144) der Frauen als frail. Diese Patientinnen hatten ein deutlich höheres Risiko für Komplikationen innerhalb von 30 Tagen (25,7 % vs. 7,4 %; p<0,0001), für 30-Tages-Mortalität (2,9 % vs. 0,5 %; p<0,0001) sowie für 90-Tages-Mortalität (7,1 % vs. 1,4 %; p<0,0001). Gesundheitskosten fast doppelt so hoch Auch die durchschnittlichen Gesundheitskosten in den ersten 30 Tagen waren fast doppelt so hoch (16.478 vs. 9306 US-Dollar; p<0,0001). Das mediane 5-Jahres-Überleben betrug bei frailen Patientinnen 3,28 Jahre, während es in der Vergleichsgruppe noch nicht erreicht war. In multivariaten Analysen, adjustiert nach Alter, Einkommen, Primärtumor, Stadium, Art des Eingriffs und neoadjuvante Chemotherapie, blieb Frailty ein unabhängiger Risikofaktor – sowohl für 30-Tages-Komplikationen (Odds Ratio 1,92; 95 %-KI 1,63–2,27; p<0,0001) als auch für eine reduzierte 5-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit (Hazard Ratio 1,27; 95 %-KI 1,16–1,38; p<0,0001). Ähnliche Ergebnisse ergaben sich beim Einsatz des ACG. Die Autoren betonen, dass Frailty prädiktiv für Outcomes wie postoperative Morbidität und Mortalität sowie 5-Jahres-Überleben sei und fordern Strategien, um die perioperative Versorgung frailer Patientinnen gezielt zu optimieren. (nec)
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