Pilotprojekt „HerzEffekt MV“ läuft auf Hochtouren

v.l.n.r.: Hausarzt Dr. Marco Krüger, Dr. Alper Öner, Ministerin Birgit Hesse, Prof. Emil C. Reisinger, Prof. Christian Schmidt. Foto: © Universitätsmedizin Rostock

Erste Patienten mit chronischen Herzerkrankungen sind bereits dabei: Sie werden im Rahmen von HerzEffekt MV telemedizinisch betreut.

Bei der Teilnahme am Pilotprojekt erhalten Patienten mit chronischen Herzerkrankungen auch im ländlichen Raum Zugang zu spezialisierter wohnortnaher Medizin. Einer von ihnen ist der 76-jährige Horst M., der seit einem Herzinfarkt 2004 unter Vorhofflimmern leidet. Als Teilnehmer an der Studie erhielt er ein Blutdruck-Messgerät sowie einen Tablet-Computer, mit dem seine Werte täglich an ein Care-Center gesendet werden. Von dort wird er durch medizinisch qualifiziertes Fachpersonal begleitet.

In dem durch den Innovationsfonds geförderten Projekt HerzEffekt MV prüft die Universitätsmedizin Rostock gemeinsam mit ihren Projektpartnern – der AOK Nordost, der Techniker Krankenkasse sowie dem Unternehmen Philips -, welche Möglichkeiten die Telemedizin eröffnet, um Patienten mit Herzerkrankungen zu unterstützen und gleichzeitig deren Lebensqualität zu steigern.

“Wenn der Patient nicht so leicht zum Arzt kommt, muss die Medizin eben zum Patienten kommen – und das geht auch aus der Ferne”, sagt Prof. Christian Schmidt, Ärztlicher Vorstand der Unimedizin.

Der wissenschaftliche Leiter der medizinischen Studie und stellvertretende Direktor der Abteilung Kardiologie, Dr. Alper Öner, ergänzt: “Ziel ist es, die Patienten so zu versorgen, dass sie erst gar nicht ins Krankenhaus müssen.”

Es entspreche dem Anspruch der Unimedizin als größter medizinischer Einrichtung des Landes MV, die Herzpatienten mit der bestmöglichen kombinierten Betreuung aus Gesundheitsdienstleistern wie Hausarzt und Spezialisten zu wissen,” so Schmidt.

“HerzEffekt MV ist ein herausragendes Projekt und zeigt sehr deutlich, was dank der Digitalisierung möglich ist”, sagt Wissenschaftsministerin Birgit Hesse. “Die Telemedizin trägt zu einer modernen medizinischen Versorgung in einem Flächenland bei. Größere Entfernungen zwischen Ärzten und Patienten können durch die digitale Vernetzung überbrückt werden. Dieses Betreuungsmodell – zu Hause und rund um die Uhr – hat Strahlkraft über Mecklenburg-Vorpommern hinaus. Von den Erfahrungen, die an der Universitätsmedizin Rostock gewonnen werden, können auch andere

HerzEffekt MV wird mit rund 14 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds der Bundesregierung unterstützt. Das Projekt der Unimedizin ist das mit der größten Einzelförderung aus dem Innovationsfonds in MV und rangiert bundesweit unter den Vorhaben, die die höchsten Fördersummen zugesprochen bekamen.