Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle: Risiko der Salvage-Therapie bei Rezidiv29. Dezember 2017 Foto: © ibreakstock – Fotolia.com Das regionäre Wiederauftreten von Plattenepithelkarzinomen der Mundhöhle erscheint weiterhin als lebensbedrohliche und klinisch problematische Situation. Die Salvage-Therapie jedoch resultiert in schwerwiegenden Morbiditäten und die Überlebensrate bei erneuten Rezidivs ist sehr gering. Kanadische Otolaryngologen haben nun in einem Review die prognostischen Faktoren nach Salvage-Therapie von Plattenepithelkarzinomen der Mundhöhle konturiert, welche das allgemeine Überleben beeinflussen. Dazu wurden die Patientenakten von 293 Patienten ausgewertet, bei denen regionäre Rezidive von Plattenepithelkarzinomen der Mundhöhle diagnostiziert wurden. Als Primärziel galt die Zeitspanne zwischen Salvage-Therapie und der letzten Nachuntersuchung bzw. dem Tod des Patienten. Dazu wurden univariate Analysen unter Einbeziehung des Cox-proportionalen Risikomodells vorgenommen. Zur Erstellung der auf Prognosen basierenden Risikogruppen fand eine rekursive Grenzwertanalyse Anwendung. Von den 296 evaluierten Patienten wiesen 59 (20 %) Rezidive auf, die nach initialer Behandlung des Plattenepithelkarzinoms auftraten; 39 (66 %) davon waren Männer, das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt der Diagnose betrug 62,2 Jahre. Diese 39 Patienten unterzogen sich einer Salvage-Therapie mit kurativer Intention. Das 5-Jahres-Gesamtüberleben vom Zeitpunkt der Salvage-Chirurgie lag bei 43 %. Mittels rekursiver Grenzwertanalyse konnten drei Risikogruppen ausgemacht werden. Eine Hochrisikogruppe mit Patienten, die eine adjuvante Chemoradiotherapie oder Radiotherapie nach initialer Chirurgie erhielten; das 5-Jahres-Gesamtüberleben lag hier bei 10 % (Risikoquotient 9,41; 95 % Konfidenzintervall, 2,68 – 33,04) Eine Gruppe mit intermediärem Risiko (Patienten, die zuvor nur chirurgisch behandelt wurden und älter als 62 Jahre waren), deren 5-Jahres-Gesamtüberleben bei 39 % lag (Risikoquotient 2,95, 95 % Konfidenzintervall, 0,86 – 10,09) Eine Niedrigrisikogruppe von Patienten, die zuvor ausschließlich chirurgisch behandelt worden waren und jünger als 62 Jahre waren und deren 5-Jahres-Gesamtüberleben 74 % betrug. Die ausgewiesenen Unterschiede hinsichtlich der Überlebensrate sollten nach Ansicht der Autoren in die Überlegungen zur Therapie und zum weiteren Management bei Wiederauftreten eines Plattenepithelkarzinoms der Mundhöhle berücksichtigt werden. (am) Quelle: Tam et al. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg. 2017 Jul 1;143(7):685-690.
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