Plötzlicher Herztod bei Jugendlichen im Vereinigten Königreich

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Das plötzliche arrhythmische Todessyndrom (SADS) und Herzmuskelerkrankungen sind die häufigsten bei der Autopsie von jugendlichen Opfern eines plötzlichen Herztodes diagnostizierten Ursachen. Das geht aus einer britischen Studie hervor. 

Die Ursachen und auslösenden Faktoren des Plötzlichen Herztodes (SCD) bei Jugendlichen sind noch immer unzureichend verstanden. Forscher aus dem Vereinigten Königreich untersuchten daher die Ursachen des SCD und ihren Zusammenhang mit körperlicher Aktivität in einer Kohorte von 756 an einem SCD verstorbenen Jugendlichen (von 7675 SCD-Fällen insgesamt), die zwischen 1994 und Juni 2022 an ein kardiopathologisches Zentrum überwiesen wurden.

Alle Fälle wurden von erfahrenen Herzpathologen einer detaillierten Autopsie unterzogen. Klinische Informationen wurden von den überweisenden Gerichts­medizinern eingeholt.

Die Pathologen stellten fest, dass ein strukturell normales Herz, das auf ein plötzliches arrhythmisches Todessyndrom hinweist, der häufigste Autopsiebefund (n=474; 63 %) war. Myokardiale Erkrankungen wurden in 163 Fällen (22 %) festgestellt, darunter arrhythmogene Kardiomyopathie (n=36; 5 %), hyper­trophe Kardiomyopathie (n=31; 4 %), idiopathische linksventrikuläre Hypertrophie (n=31; 4 %) und Myokarditis (n=30; 4 %). Anomalien der Koronararterien wurden in 17 Fällen (2 %) festgestellt.

In 128 Fällen (17 %) waren die Verstorbenen Leistungssportler, 159 Betroffene (21 %) starben während des Sports. Eine arrhythmogene Kardiomyopathie diagnostizierten die Forscher bei acht Prozent der Sportler im Vergleich zu vier Prozent der Nichtsportler (p=0,05). Anomalien der Koronararterien waren bei Sportlern signifikant häufiger (9 % vs. 1 %; p<0,001), ebenso wie eine Commotio cordis (5 % vs. 1 % bei Nichtsportlern; p=0,001). Die drei wichtigsten Komorbiditäten waren Asthma (n=58; 8 %), Epilepsie (n=44; 6 %) und Adipositas (n=40; 5 %). (ah)