Pneumologen fordern zum Welt-Lungenkrebstag: „Jeder Versicherte sollte Anspruch auf ein Lungenkrebs-Screening haben“31. Juli 2023 DGP-Präsident Torsten T. Bauer (Foto: © privat) An Lungenkrebs erkranken jährlich rund 50.000 Menschen in Deutschland. Nur zehn bis 20 Prozent der Betroffenen überleben die darauffolgenden fünf Jahre. Damit ist das Lungenkarzinom die Krebserkrankung mit der höchsten Mortalitätsrate unter allen Tumorerkrankungen. „Deswegen brauchen wir dringend eine systematische Früherkennung. Jeder Versicherte im Erwachsenenalter sollte Anspruch auf ein Lungenkrebs-Screening haben“, fordert Prof. Torsten Bauer, Past-Präsident und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), zum morgigen Welt-Lungenkrebstag am 1. August. „Die Früherkennung eines Lungenkarzinoms durch die Computertomographie senkt die Sterberate signifikant, erste Studien weisen auf eine mögliche Reduzierung bis zu 20 Prozent hin“, betont der Pneumologe. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) solle nun schnellstmöglich den Leistungsanspruch der Versicherten definieren dürfen. „Die Politik hat das Thema viel zu lange vernachlässigt“, erklärt Bauer. Andere Länder mit deutlich schlechterer medizinischer Infrastruktur wie Großbritannien oder Kroatien screenen bereits seit Jahren erfolgreich. Betroffen sind vor allem Raucher ab 50 Jahren, aber auch ehemalige Raucher, die lange Zeit zur Zigarette gegriffen haben. Sie gehören für uns zur Hochrisikogruppe. Die Überlebensrate von betroffenen Patienten ist aktuell sehr niedrig, Lungentumore werden oft zu spät erkannt und sind dann schwer zu behandeln. Der Lungenkrebs gehört zu den häufigsten und tödlichsten Tumorarten des Menschen, 80 Prozent der Betroffenen versterben daran. Die Früherkennung ist neben der Weiterentwicklung der bestehenden Therapie ein wichtiges Mittel, um diese Sterberate weiter zu senken. Oben auf der Agenda: Lungenkrebs ist Schwerpunkt der Pneumologie Diagnostik und Therapie des Lungenkrebses wird in Deutschland zu einem hohen Prozentsatz bereits in Lungenkrebszentren der pneumologischen Zentren qualitätsgesichert erbracht. „In der Pneumologie ist das Thema ganz oben auf der Agenda und wir arbeiten mit Nachdruck daran, dass auch ein Lungenkrebs-Screening in Deutschland so selbstverständlich wird wie zum Beispiel bei der Brustkrebs-Früherkennung das Mammographie-Screening“, sagt Bauer. „Das zuständige Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz hat mittlerweile die nötige Rechtsverordnung geschaffen, nun müssen die nächsten Schritte eingeleitet werden. Aus diesem Grund arbeitet die DGP zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) und der der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) intensiv an einem Implementierungsplan. Denn die Fachgesellschaften gehen davon aus: Würde die Lungenkrebs-Früherkennung heute starten, könnten in den nächsten fünf Jahren die ersten 30 Prozent der Risikopopulation erreicht werden. Es gibt also, keine Zeit zu verlieren.
Mehr erfahren zu: "Kinder mit OSA: Erhöhtes Risiko für Grippe und COVID-19" Kinder mit OSA: Erhöhtes Risiko für Grippe und COVID-19 Unabhängig von Alter und Gewicht haben Kinder mit Obstruktiver Schlafapnoe (OSA) ein doppelt so hohes Risiko, an Grippe oder COVID-19 zu erkranken, wie gesunde Kinder – auch nach Adenotonsillektomie.
Mehr erfahren zu: "Land unterstützt UKSH und übernimmt Schulden" Land unterstützt UKSH und übernimmt Schulden Fraktionen und Regierung stehen in Schleswig-Holstein geschlossen hinter dem Universitätsklinikum: Viel Geld fließt in Forschung, Versorgung und Modernisierung. Doch die Entscheidung bringt auch neue Schulden für das Land.
Mehr erfahren zu: "Mögliches Universalvakzin: Einmal sprühen und vor allen Atemwegsinfekten geschützt?" Mögliches Universalvakzin: Einmal sprühen und vor allen Atemwegsinfekten geschützt? Ergebnisse einer experimentellen Studie an Mäusen deuten darauf hin, dass ein potenzieller neuer Impfstoff vor einer ganzen Reihe respiratorischer Krankheitserreger schützen könnte. Dabei halte seine Wirkung lange an, berichten Forschende.