Pop/Rock versus Klassik: Hörverlust bei Profi-Musikern25. Januar 2019 Foto: © michelangeloop – Fotolia.com Profi-Musiker haben ein erhöhten Risiko einen Hörverlust zu erleiden oder andere audiologische Symptomatiken wie Tinnitus, eine krankhafte Überempfindlichkeit gegenüber Schall (Hyperakusis) oder Doppelthören (Paracusis duplicata bzw. Diplakusis) zu entwickeln. Ziel eines systematischen Reviews italienischer Otolaryngologen der Universitätsklinik von Perugia war es zum einen das Risiko eines Hörverlusts und/oder der genannten audiologischen Probleme bei professionellen Musikern zu evaluieren. Zum anderen sollte bewertet werden, ob verschiedene musikalische Stilrichtungen (Pop/Rock oder klassische Musik) dazu beitragen, dass die Musiker unterschiedlich hohen Risiken für die Entwicklung der Hörstörungen ausgesetzt sind. Für dieses Review werteten die Autoren 41 Studien aus, die die Daten von 4618 Profi-Musikern beinhalteten. Ein Hörverlust konnte bei 38,6 % aller Berufsmusiker diagnostiziert werden; die Prävalenz hierfür war unter den Pop/Rock-Musikern (63,5 %) gegenüber den klassischen Musikern (32,6 %) signifikant erhöht. Der Hörverlust betraf in erster Linie das Hören hochfrequenter Töne im Bereich zwischen 3.000 und 6.000 Hz und erwies sich bei 68 % der Pop/Rock-Musiker sowie bei 44,5 % der klassischen Interpreten als symmetrisch. Tinnitus erwies sich als die am häufigsten auftretende Störung, gefolgt von Hyperakusis und Diplakusis. Die Prävalenz für Tinnitus war in den beiden Gruppen der Musiker annähernd gleich verteilt; Diplakusis trat bei Interpreten klassischer Musik häufiger auf als bei Musikern aus dem Pop/Rock-Bereich, während die Prävalenz für Hyperakusis unter den Pop/Rock-Musikern höher lag als bei den ‚Klassikern‘. Das Review belegt eindeutig, dass Profi-Musiker der Sparte Rock/Pop einem höheren Risiko für Hörstörungen ausgesetzt sind als klassische Musiker; die Autoren sehen die Exposition zu Tönen hoher Frequenz und Lautstärke sowie das Fehlen von Hörschutz als Ursache. Die Unterschiede bezüglich der Symmetrie des Hörverlusts könnten nach Ansicht der Autoren an der Art des Instruments sowie einer fortdauernden, einseitigen Schallexposition liegen. (am)
Mehr erfahren zu: "Onkologe wegen Betrugs zu viereinhalb Jahren verurteilt" Onkologe wegen Betrugs zu viereinhalb Jahren verurteilt Ein Onkologe, ein Apotheker, ein Unternehmensberater und teure Krebsmedikamente. Es geht um Betrug und Bestechung. Vor dem Landgericht Hamburg fällt das letzte Urteil.
Mehr erfahren zu: "Härtere Strafen für Angriffe auf Ärzte und Pflegepersonal" Härtere Strafen für Angriffe auf Ärzte und Pflegepersonal Wer Angehörige von Heilberufen, Polizisten oder Zugbegleiter angreift, soll künftig mit einer längeren Haftstrafe rechnen müssen. Eine Verschärfung ist auch bei Fällen von Volksverhetzung vorgesehen.
Mehr erfahren zu: "Rückkehr ins Erwerbsleben gelingt nach Krebs nicht allen" Rückkehr ins Erwerbsleben gelingt nach Krebs nicht allen Die Rückkehr in den Job nach einer Krebserkrankung gelingt nicht immer. Wie eine Auswertung von Daten der Deutschen Rentenversicherung zeigt, gingen zwei Jahre nach der Rehabilitation 67,2 Prozent der Krebskranken […]