Positive Bewertung: Exzellenzcluster-Antrag zur Hörforschung13. Oktober 2017 Der Oldenburger Physiker und Mediziner Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, Sprecher des aktuell laufenden Exzellenzclusters. Foto: © Universität Oldenburg Der Exzellenzcluster-Antrag der Universität Oldenburg „Hearing4all: Research for personalized treatment of hearing deficits“ ist positiv bewertet worden. Die Oldenburger haben basierend auf den Ergebnissen des bisherigen Exzellenzclusters den Antrag gemeinsam mit Hörforschern aus Hannover entwickelt. Bis Februar 2018 muss nun der Vollantrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft vorliegen, über den im September 2018 eine internationale Kommission abschließend entscheidet. Insgesamt erreichten in der Förderlinie „Exzellenzcluster“ 88 von 195 eingereichten Voranträgen die zweite Phase der Antragstellung. „Das positive Votum ist ein großer Erfolg für unsere Universität. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat würdigen damit die herausragende Arbeit unserer Oldenburger Hörforscherinnen und -forscher. Jetzt wird es darum gehen, dass wir – gemeinsam mit unseren starken Partnern – unsere wissenschaftlichen Kompetenzen für unser ehrgeiziges Ziel nutzen und intensiv an dem Vollantrag arbeiten“, sagt Universitätspräsident Prof. Hans Michael Piper. „Im aktuell laufenden Exzellenzcluster haben wir wichtige Bausteine für bessere Diagnostik, Hörsysteme und assistive Technologien entwickelt“, sagt der Sprecher des Clusters, der Oldenburger Physiker und Mediziner Prof. Birger Kollmeier. „Darauf aufbauend wollen wir speziell auf die Bedürfnisse von Betroffenen zugeschnittene Lösungen für alle Formen der Schwerhörigkeit entwickeln. So kommen wir von einem empirischen, subjektiven Ansatz zu einer modernen, datengetrieben Wissenschaft und Präzisionsmedizin mit einem hohen Standard“. Klinischer Sprecher des geplanten Clusters ist Prof. Thomas Lenarz, Klinikdirektor Hals-Nasen-Ohrenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover. Künftig wollen die Hörforscher ihre Arbeiten in vier Forschungssträngen bündeln, die einerseits die Entwicklungskette von der Grundlagenforschung zur Hörtechnologie und andererseits den Schweregrad der Schwerhörigkeit abbilden: Der erste Strang zielt darauf ab, mit modernen neurowissenschaftlichen Methoden das komplexe Wechselspiel zwischen Hören, Wahrnehmen und Verarbeiten im Gehirn über die Lebenszeit eines Menschen noch besser zu verstehen. Der zweite umfasst IT-basierte Forschung mit dem Ziel, eine virtuelle vielsprachige Hörklinik aufzubauen. Im dritten Strang wollen die Forscher individuell gezielte Diagnose- und Behandlungsverfahren für Patienten mit mittleren bis starken Einschränkungen und kompletter Gehörlosigkeit entwickeln. Basierend auf den wissenschaftlichen und technischen Erkenntnissen soll im vierten Strang eine grundlegend neue Systemtechnologie für die Hörgeräte der Zukunft entstehen. An dem aktuell geplanten Vorhaben sind 25 Neurowissenschaftler, Mediziner, Psychologen, Linguisten, Physiker und Ingenieure der Universitäten Oldenburg und Hannover sowie der Medizinischen Hochschule Hannover beteiligt. Zudem sind die Jade Hochschule, die HörTech gGmbH, die Hörzentren in Oldenburg und Hannover, die Fraunhofer Projektgruppe Hör-, Sprach- und Audiotechnologie und das Fraunhofer ITEM Projektpartner. „Hearing4all“ gehört zu den weltweit führenden Zentren in Medizintechnik, Hörforschung, Audiologie, medizinischer Diagnostik und Therapie. Etwa 80 Prozent aller Hörgeräte weltweit enthalten Know-How aus Oldenburg. Der derzeit laufende Exzellenzcluster zählte 2012 zu den Gewinnern der Exzellenzinitiative und wurde seither mit knapp 30 Millionen Euro gefördert. Zusätzlich unterstützen das Niedersächsische Wissenschaftsministerium und die VolkswagenStiftung den Cluster mit einer Million Euro.
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