Post-COVID bei Kindern: Höheres Alter und allergische Erkrankungen als Risikofaktoren17. Mai 2022 © Microgen – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Langzeitfolgen von COVID-19 bei Kindern sind nach wie vor nur unzureichend charakterisiert. Eine Studie untersuchte nun die langfristigen Folgen bei Kindern, die zuvor mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Die Studienautorinnen und -autoren hatten Kinder, die zwischen dem 02.04.2020 und dem 26.08.2020 hospitalisiert wurden, in ihre Analyse eingeschlossen. Für telefonische Befragungen verwendeten die Forschenden in der Folge den ISARIC-Fragebogen (COVID-19 Health and Wellbeing Follow-up Survey for Children des International Severe Acute Respiratory and Emerging Infection Consortium). Die dabei beobachteten anhaltenden Symptome (Dauer >5 Monate) wurden weiter nach beteiligten Organsystemen eingeteilt. Von 853 für die Untersuchung infrage kommenden Kindern standen 518 (61%) für die Nachuntersuchung zur Verfügung und wurden in die Studie aufgenommen. Das mediane Alter betrug 10,4 Jahre (Interquartilsabstand [IQR] 3–15,2). Bei 270 (52,1%) handelte es sich um Mädchen. Der mediane Nachuntersuchungszeitraum nach Entlassung aus dem Krankenhaus hatte eine Dauer von 256 Tagen (IQR 223–271). Zum Zeitpunkt der Befragung zwecks Nachbeobachtung berichteten 126 (24,3%) der Kinder über anhaltende Symptome, wobei Müdigkeit (53 [10,7%]), Schlafstörungen (36 [6,9%]) und sensorische Probleme (29 [5,6%]) am häufigsten auftraten. Bei 44 (8,4%) der Kinder traten mehrere Symptome auf. Risikofaktoren für anhaltende Symptome waren ein höheres Alter (6–11 Jahre; OR 2,74; 95%-KI 1,37–5,75 bzw. 12–18 Jahre; OR 2,68; 95%-KI 1,41–5,4) und Allergien in der Vorgeschichte (OR 1,67; 95%-KI 1,04–2,67). Fazit In der prospektiven Kohortenstudie hat ein Viertel der untersuchten Kinder, die aufgrund einer COVID-19-Erkrankung stationär behandelt wurden, noch Monate nach der akuten Infektion anhaltende Symptome gezeigt. Bei fast einem von zehn Kindern ergab sich eine multisystemische Beteiligung. Höheres Alter und allergische Erkrankungen waren in der Nachuntersuchung mit einem höheren Risiko für anhaltende Symptome assoziiert. (ac) Autoren: Osmanov IM et al. Korrespondenz: Daniel Munblit; [email protected] Studie: Risk factors for post-COVID-19 condition in previously hospitalised children using the ISARIC Global follow-up protocol: a prospective cohort study Quelle: Eur Respir J 2022;59(2):2101341. Web: https://doi.org/10.1183/13993003.01341-2021
Mehr erfahren zu: "Typ-2-Diabetes: Knochenschwund keine ausreichende Erklärung für erhöhtes Frakturrisiko" Typ-2-Diabetes: Knochenschwund keine ausreichende Erklärung für erhöhtes Frakturrisiko Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein erhöhtes Frakturrisiko – obwohl ihre Knochenmineraldichte häufig höher ist als bei Menschen ohne Diabetes. Eine aktuelle Analyse deutet nun darauf hin, dass auch langfristige Veränderungen […]
Mehr erfahren zu: "Besser verstehen, sicherer behandeln: Würzburg trainiert kultursensible Medizin" Besser verstehen, sicherer behandeln: Würzburg trainiert kultursensible Medizin Verständigungsprobleme können zu verzögerten Diagnosen oder fehlerhaften Behandlungen führen. Mit neuen Modulen im Pflichtcurriculum schließt die Universitätsmedizin Würzburg eine Lücke im Medizinstudium und vermittelt Kompetenzen für kultursensible Kommunikation.
Mehr erfahren zu: "Neue Genvarianten liefern Einblicke in die Entstehung der Fibromyalgie" Neue Genvarianten liefern Einblicke in die Entstehung der Fibromyalgie Ein internationales Forschungsteam hat neue genetische Risikofaktoren identifiziert, die mit dem Fibromyalgie-Syndrom in Verbindung stehen. Sie liefern wichtige Hinweise für ein besseres Verständnis der Erkrankung.