Post-COVID belastet Betroffene im täglichen Leben25. Juli 2024 © terovesalainen – stock.adobe.com (Symbolbild) Menschen, die an Post-COVID (PCC) leiden, haben einen wesentlich schlechteren Gesundheitszustand und sind im Alltag stärker beeinträchtigt (ADL) als SARS-CoV-positive, aber Post-COVID-negative Personen, wie eine aktuelle Analyse bestätigt. Dies gelte unabhängig von der jeweiligen Falldefinition, schreiben die Autoren der Arbeit, die in ihrer Auswertung von Daten zu 8409 Personen sowohl die Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch 5 weitere gängige Definitionen angelegt hatten. Zur Teilnahme an der Studie hatten die Forschenden alle Erwachsenen eingeladen, die zwischen Juni 2020 und November 2021 beim öffentlichen Gesundheitsdienst Südlimburg (Niederlande) bei Testung mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) auf SARS-CoV-2 einen positiven Befund erhalten hatten (n=41.780) sowie solche mit negativen PCR-Befunden (Verhältnis 2:1; gematcht nach Alter, Geschlecht, Jahresquartaltest, Gemeinde; n=19.875). Man beurteilte den Gesundheitszustand (5-stufiger EuroQol-5-Dimensions-Index [EQ5D] und EuroQol-visuelle Analogskala [EQVAS]) und die ADL-Beeinträchtigung. Von den schließlich 8409 in die Analyse eingeschlossenen Personen waren 6381 SARS-CoV-2-positiv (Alter 53 ±15 Jahre; 57% Frauen; 9 Monate seit dem Test). An PCC gemäß der Falldefinition der WHO litten 39,4% der Positiven (EQVAS: 71 ±20; EQ5D-Index: 0,800 ±0,191; ADL-Beeinträchtigung: 30% [10–70]). Sie empfanden ihren Gesundheitszustand als schlechter und ihre ADL-Beeinträchtigung als stärker als dies in der Gruppe der PCC-Negativen der Fall war. Dies drückte sich laut den Autoren in einer Differenz von −8,50 Punkten für EQVAS aus (95%-KI −9,71 bis −7,29; p<0,001), die bei Personen mit PCC für jede vorhandene Komorbidität um 1,49 Punkte (95%-KI 0,86–2,12; p<0,001) abnahm. Beim EQ5D-Index betrug die Differenz −0,065 Punkte (95%-KI −0,074 bis −0,056; p<0,001) und bei ADL-Beeinträchtigungen +16,72% (95%-KI 15,01–18,43; p<0,001). Gesundheit und ADL-Beeinträchtigungen waren bei SARS-CoV-2-negativen und -positiven Fällen ohne PCC ähnlich. Das Ersetzen der WHO-Falldefinition durch andere PCC-Definitionen ergab vergleichbare Ergebnisse. Fazit Menschen, die an Post-COVID leiden, haben einen wesentlich schlechteren Gesundheitszustand und sind im Alltag stärker beeinträchtigt als SARS-CoV-positive, aber Post-COVID-negative Personen. (ac) Autoren: Van Herck M et al. Korrespondenz: Maarten van Herck; [email protected] Studie: Impact of post-COVID-19 condition on health status and activities of daily living: the PRIME post-COVID study Quelle: Thorax 2024;79(5):457–464. Web: https://doi.org/10.1136/thorax-2023-220504
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