Post-COVID-Lungenfibrose: Erhöhtes Risiko nach Beatmung und bei persistierender Kurzatmigkeit

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Nach Ansicht der Verfasserinnen und Verfasser einer jüngst publizierten Arbeit sollten alle nach COVID-19-Erkrankung aus dem Krankenhaus entlassenen Patientinnen und Patienten nach einem festgelegten Protokoll von einem multidisziplinären Team untersucht werden.

Der Grund: Personen, die schwer an COVID-19 erkrankt waren – insbesondere diejenigen, die intubiert wurden und die auch nach der stationären Versorgung noch an Atemnot leiden – laufen Gefahr, eine Post-COVID-Lungenfibrose (PCF) zu entwickeln. Deshalb, so schreiben die Forschenden, empfehle es sich, eine Computertomographie (CT) des Thorax durchzuführen und die Betroffenen pneumologisch nachzuuntersuchen.

Die Studienautorinnen und -autoren ermittelten die Prävalenz und die Risikofaktoren einer PCF und anderer Komplikationen bei Personen, nachdem diese stationär wegen einer COVID-19-Erkrankung behandelt worden waren. Dafür wurde mit den Patientinnen und Patienten 6 Wochen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus nach einem festgelegten Protokoll eine telefonische Befragung durchgeführt.

Personen mit signifikanten Atemwegssymptomen untersuchten die Autorinnen und Autoren mithilfe der Computertomographie-Pulmonalisangiographie (CTPA) sowie mit Lungenfunktionstests und Echokardiogramm. Man ermittelte die Prävalenz von Myalgie, Müdigkeit, psychischen Symptomen und PCF und untersuchte die damit verbundenen Risikofaktoren.

Den Ergebnissen zufolge litt ein großer Teil der Betroffenen an anhaltender Müdigkeit (45,1%), Atemnot (36,5%), Myalgie (20,5%) und psychischen Symptomen (19,5%). Eine PCF wurde bei 9,5% der Personen beobachtet; sie war mit anhaltender Atemnot nach 6 Wochen und stationärer Beatmung assoziiert (adjustierte OR 5,02 [1,76–14,27] bzw. 4,45 [1,27–15,58]).

Häufiger trat eine PCF bei Männern auf sowie bei Personen mit einem maximalen Wert für C-reaktives Protein (CRP) von >171,5 mg/l, einer maximalen Leukozytenzahl von ≥12×109/l und bei schweren Veränderungen in Zusammenhang mit COVID-19 beim Röntgenthorax und im CT. Die Beatmung stellte ebenfalls einen Risikofaktor für anhaltende Müdigkeit und Myalgie dar. Letztere trat außerdem häufiger bei Patientinnen und Patienten mit schwerem Zytokinsturm und schweren stationären Veränderungen beim Röntgenthorax auf.

Fazit
Personen, die schwer an COVID-19 erkrankt waren – insbesondere diejenigen, die intubiert wurden und die auch nach der stationären Versorgung noch an Atemnot leiden – laufen Gefahr, eine Post-COVID-Lungenfibrose (PCF) zu entwickeln. Deshalb, so schreiben die Forschenden, empfehle es sich, eine CT des Thorax durchzuführen und die Betroffenen pneumologisch nachzuuntersuchen. (ac)

Autoren: Aul R et al.
Korrespondenz: Raminder Aul; [email protected]
Studie: Complications after discharge with COVID-19 infection and risk factors associated with development of post-COVID pulmonary fibrosis
Quelle: Respir Med 2021;188:106602.
Web: https://doi.org/10.1016/j.rmed.2021.106602