Post-COVID: Symptome teilweise noch nach 15 Monaten vorhanden13. Oktober 2022 © Maria – stock.adobe.com (Symbolbild) Post-COVID ist im ambulanten Bereich weit verbreitet und betrifft schätzungsweise 10–35% der COVID-19-Fälle. Bisher fehlte allerdings noch eine Stratifizierung der Dauer und Schwere der Symptome, was zur Komplexität und Heterogenität von Post-COVID und seinen Folgen beiträgt. Zudem waren die möglichen Auswirkungen einer längeren Krankheitsdauer noch genauso unklar wie die Risikofaktoren, die mit einer Chronifizierung der Symptome über 12 Wochen hinaus einhergehen. Dr. Mayssam Nehme vom Universitätsklinikum Genf, Schweiz, und ihre Kollegen führten in einer Studie 7 und 15 Monate nach einer SARS-CoV-2-Testung im ambulanten SARS-CoV-2-Testzentrum der Genfer Universitätskliniken Nachuntersuchungen durch. Die Chronifizierung der Symptome wurde definiert als das kontinuierliche Vorhandensein von Symptomen zu jedem dieser beiden Bewertungszeitpunkte (nach 7 und 15 Monaten). Bereinigte Schätzungen berechnete das Team zu der Inanspruchnahme der Gesundheitsversorgung, einer Behandlung, der funktionellen Beeinträchtigung und der Lebensqualität der Patienten. Logistische Regressionsmodelle dienten dazu, die Assoziationen zwischen der Chronifizierung von Symptomen und den Prädiktoren zu bewerten. Insgesamt schlossen die Forschenden 1383 Teilnehmer in ihre Studie ein. Das durchschnittliche Alter der Teilnehmer betrug 44,3 Jahre (Standardabweichung 13,4 Jahre), 61,4% waren Frauen und 54,5% hatten keine Komorbiditäten. Von den Studienteilnehmern waren 767 SARS-CoV-2-positiv getestet worden und 37,0% von ihnen hatten auch noch 7 Monate nach ihrer Testung Symptome. Bei der 2. Nachuntersuchung – also 15 Monate nach der Infektion – hatten noch 52,1% der 37,0% Symptome, weshalb bei ihnen von einer Chronifizierung ihres Post-COVID-Zustandes ausgegangen wurde. Bei dem Rest (47,9%) waren die Symptome verschwunden. Studienteilnehmer mit einer Chronifizierung der Symptome hatten folglich auch vermehrt Ressourcen des Gesundheitssystems und Behandlungen in Anspruch genommen, litten unter einer höheren Anzahl funktioneller Beeinträchtigungen und beklagten eine schlechtere Lebensqualität. Es zeigte sich außerdem, dass das Auftreten mehrerer verschiedener Symptome zum Zeitpunkt der SARS-CoV-2-Testung und Konzentrationsschwierigkeiten 7 Monate danach mit einer Chronifizierung der Symptome assoziiert waren. Fazit Die Forschenden fanden heraus, dass COVID-19-Patienten den Post-COVID-Zustand in unterschiedlichem Ausmaß und unterschiedlicher Dauer entwickeln. Patienten mit einer Chronifizierung der Symptome erfahren aber auf jeden Fall einen langfristigen Einfluss auf ihren Gesundheitszustand, ihre Funktionsfähigkeit und Lebensqualität. Dies macht es dem Team zufolge erforderlich, der Erkrankung eine besondere Aufmerksamkeit sowie intensivere Pflege zukommen zu lassen und vor allem eine frühzeitige Erkennung unter Berücksichtigung der damit verbundenen Prädiktoren zu etablieren. (sh) Autoren: Nehme M et al. Korrespondenz: Mayssam Nehme [email protected] Studie: The chronification of post-COVID condition associated with neurocognitive symptoms, functional impairment and increased healthcare utilization Quelle: Sci Rep 2022;12(1):14505. Web: https://www.doi.org/10.1038/s41598-022-18673-z
Mehr erfahren zu: "Badeunfall: Kein Sprung in flaches Wasser" Badeunfall: Kein Sprung in flaches Wasser Die DGOU macht zur Badesaison auf das Risiko von Querschnittlähmungen nach Kopfsprüngen aufmerksam. Vor dem Sprung solle die Wassertiefe geprüft und auf Kopfsprünge in trübes Wasser grundsätzlich verzichtet werden, ebenso […]
Mehr erfahren zu: "Schleswig-Holstein: Uniklinikum behandelte bereits 1200 Menschen mit E-Scooter-Unfällen" Schleswig-Holstein: Uniklinikum behandelte bereits 1200 Menschen mit E-Scooter-Unfällen Jeder sechste Unfall mit E-Scootern steht unter Alkoholverdacht – und junge Männer sind besonders häufig betroffen. Was steckt hinter dem Anstieg der Notfälle in Kiel und Lübeck?
Mehr erfahren zu: "„Gute“ Immunzellen helfen bei der Regeneration von Rückenmarksverletzungen" „Gute“ Immunzellen helfen bei der Regeneration von Rückenmarksverletzungen Ein Forschungsteam hat den Mechanismus entschlüsselt, wie bei Zebrafischen Schäden am Rückenmark vollständig heilen. Bestimmte Immunzellen regulieren die Entzündung herunter, damit die Nervenregeneration ermöglicht wird.