Post-COVID-Syndrom: Fast alle leiden unter orthostatischer Intoleranz

© Microgen – stock.adobe.com (Symbolbild)

Patienten mit einer postakuten COVID-19-Folgeerkrankung (PASC) berichten häufig über Symptome orthostatischer Intoleranz und autonomer Dysfunktion. In zahlreichen Fallberichten wird das Posturale orthostatische Tachykardiesyndrom (POTS) mit PASC in Verbindung gebracht.

Eine prospektive Studie bestätigt diese Beobachtung nun. An der Studie nahmen 24 Patienten mit PASC teil (20 Frauen, 4 Männer), die über eine schlechte Belastungsverträglichkeit, Tachykardie bei minimaler Aktivität oder Lageveränderung und Palpitationen klagten. Ausgeschlossen wurden schwangere Patientinnen sowie Patienten mit autonomer Funktionsstörung, Synkope vor COVID-19 oder einer anderen möglichen Erklärung für die PASC-Symptome.

Alle Patienten unterzogen sich im Rahmen der Studie einer Kipptischuntersuchung (KTU), die im Durchschnitt 5,8 ±3,5 Monate nach Beginn der Symptome vorgenommen wurde, um eine orthostatische In­toleranz zu ermitteln, die auf eine autonome Dysfunktion schließen lässt.

Eine orthostatische Intoleranz in der KTU wiesen 23/24 Patienten auf, wobei 4 ein POTS, 15 eine provozierte orthostatische Intoleranz (POI) nach Nitroglycerin, 3 eine neurokardiogene Synkope und 1 eine orthostatische Hypotonie zeigten. Im Vergleich zu den Patienten mit POTS beschrieben die Patienten mit POI eine deutlich frühere Besserung der Symptome.

Fazit
Die prospektive Studie ergab bei Patienten mit PASC bei fast allen Probanden eine orthostatische Intoleranz, was auf eine autonome Dysfunktion hindeutet. Die Studienautoren spekulieren, dass Patienten mit POI auf dem Weg der klinischen Genesung möglicherweise weiter sind als diejenigen, die POTS aufweisen. (ah)

Autoren: Jamal SM et al.
Korrespondenz: Sameer, Jamal; [email protected]
Studie: Prospective Evaluation of Autonomic Dysfunction in Post-Acute Sequela of COVID-19
Quelle: J Am Coll Cardiol 2022;79(23):2325–2330.
Web: https://doi.org/10.1016/j.jacc.2022.03.357