Post-Zoster-Neuralgie: Objektive und subjektive Bewertung klaffen auseinander

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Die objektive Überwachung der Aktivität gewinnt bei der Bewertung chronischer Schmerzen zunehmend an Bedeutung. Um Risikofaktoren für eine verminderte Aktivität bei Patienten mit Post-Zoster-Neuralgie (PZN) zu ermitteln, haben japanische Wissenschaftler deren Tagesaktivität und den Schlaf mithilfe der Aktigraphie objektiv untersucht.

An der Studie nahmen 54 Personen mit PZN und Schmerzen seit >3 Monaten teil, die die Schmerzambulanz der Universitätsklinik in Chiba (Japan) aufgesucht hatten. Die Teilnehmer füllten Fragebögen aus und wurden 1 Woche lang mit einem Aktigraphen (ein Armbanduhr-ähnlicher Beschleunigungsmesser) an der nicht dominanten Hand überwacht. Darüber wurden die Tagesaktivität und der Schlaf gemessen, die anschließend mit den subjektiven Schmerz- und Schlafeinschätzungen der Teilnehmer verglichen wurden.

Die subjektiven Bewertungen der Schmerzintensität, der neuropathischen Schmerzen, der Beeinträchtigung im täglichen Leben, der schmerzkatastrophalen Gedanken und der Schlaflosigkeit korrelierten alle miteinander, wie die Studienautoren im „Clinical Journal of Pain“ berichten. Es fand sich jedoch keine Assoziation zwischen dem mit dem Aktigraphen überwachten Aktivitätsniveau (unter Verwendung von 2 Gleichungen) und der Schlafqualität mit den subjektiven Schmerz- oder Schlafwerten.

Diese Diskrepanz zwischen den subjektiven und objektiven Werten führen die Studienautoren auf unterschiedliche Ursachen zurück.

  • So könnten Charakteristika der PZN die Diskrepanz erklären, wenn es sich um einen Archetyp des peripheren neuropathischen Schmerzes handelt, der keine motorischen Nerven betrifft.
  • Weiterhin könnte es den Autoren zufolge aktigraphische Messeinschränkungen im Hinblick auf das bewegungsarme Leben älterer Menschen geben.
  • Und schließlich könnte die Diskrepanz auf eine falsche Aktivitätswahrnehmung zurückzuführen sein, wie die Forscher spekulieren – eine neue These, die die Diskrepanz zwischen subjektiven und objektiven Aktivitätsmaßen erklären würde, ähnlich wie die falsche Wahrnehmung des Schlafzustandes.

Fazit
Die Studie ergab eine starke Diskrepanz zwischen objektiver Messung und subjektiver Wahrnehmung. Bei PZN-Patienten könne eine hohe Schmerzintensität bei hochgradig aufrechterhaltener Aktivität berichtet werden, bei der die Behandlung vorsichtig gewählt werden müsse, um eine Unterbrechung ihrer körperlichen Fähigkeiten zu verhindern, heben die Autoren hervor. (ah)

Autoren: Takai H et al.
Korrespondenz: Natsuko Nozaki-Taguchi; [email protected]
Studie: Relationship Between Patient-reported Outcome Measures and Accelerometer-measured Physical Activity and Sleep in Patients With Postherpetic Neuralgia
Quelle: Clin J Pain 2024;40(9):520–525.
Web: https://doi.org/10.1097/AJP.0000000000001233