Postpartale Blutungen: Bestimmtes CT-Bildgebungsmuster kann die Vorhersage verbessern3. September 2025 Foto: © Mark-Adams/stock.adobe.com Forscher der Universität Kumamoto (Japan) haben ein CT-Bildgebungsmuster identifiziert, mit dem sich vorhersagen lässt, welche Frauen mit schweren postpartalen Blutungen (PPH) am wahrscheinlichsten lebensrettende Eingriffe benötigen. Postpartale Blutungen sind weltweit nach wie vor eine der häufigsten Ursachen für Müttersterblichkeit. Die meisten Fälle lassen sich mit Medikamenten und einfachen Maßnahmen behandeln, doch eine beträchtliche Zahl verläuft lebensbedrohlich und erfordert eine invasivere Behandlung. Bisher gab es keine zuverlässige Methode, um im Voraus zu erkennen, welche Fälle sich als resistent gegen Standardtherapien erweisen würden. Eine neues CT-Bildgebungsmuster names PRACE (Postpartum hemorrhage, Resistance to treatment, and Arterial Contrast Extravasation) könnte die Behandlung verbessern. Die neuen Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „JAMA Networt Open“ veröffentlicht. Häufiger Notwendigkeit einer Uterusarterienembolisation In der Studie, an der 43 moderne medizinische Zentren in ganz Japan teilnahmen, analysierten Forscher 352 Fälle von schwerer PPH und fanden heraus, dass 205 davon einer dynamischen CT-Untersuchung unterzogen wurden. 58 dieser Fälle (32,2 %) zeigten das PRACE-Muster, das durch das Austreten von Kontrastmittel in die Gebärmutterhöhle während der frühen Phase der Bildgebung gekennzeichnet ist – ein Hinweis auf eine aktive arterielle Blutung. Bei Patientinnen mit PRACE war die Wahrscheinlichkeit einer Uterusarterienembolisation (UAE) im Vergleich zu Patientinnen ohne PRACE mehr als dreimal so hoch (86,2 % vs. 28,7 %). Zudem litten sie häufiger an Blutgerinnungsstörungen und benötigten häufiger große Mengen Bluttransfusionen. Das Vorliegen von PRACE war mit einer Odds Ratio von 27,74 der stärkste Prädiktor für die Notwendigkeit einer UAE. Anzeichen früher erkennen „PRACE verändert die Art und Weise, wie wir kritische postpartale Blutungen beurteilen und darauf reagieren“, kommentiert Prof. Eiji Kondoh von der Universität Kumamoto. „Durch die dynamische CT-Bildgebung können wir nun frühzeitig Anzeichen behandlungsresistenter Blutungen erkennen und schnell handeln, um Leben zu retten“, fügt er hinzu. Die Forscher vermuten, dass die Einbeziehung der dynamischen CT in die Notfallprotokolle der Geburtshilfe die mütterlichen Ergebnisse deutlich verbessern kann. Sie schlagen außerdem vor, die traditionelle „4 T“-Klassifikation der postpartalen Blutungen (Tonus, Trauma, Gewebe, Thrombin) um ein fünftes – „CT-Befunde“ – zu erweitern, um das Risiko besser einschätzen zu können. (ri/BIERMANN)
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