Postprandiale Hyperglykämien: Pramlintid dämpft Glukoseanstieg19. September 2018 © nagaets – fotolia.com Postprandiale Hyperglykämien bleiben eine Herausforderung beim Typ-1-Diabetes, teilweise aufgrund fehlgesteuerter Glucagonanstiege im Plasma nach Mahlzeiten. Eine adjuvante Behandlung mit Pramlintid könnte ein effektives Mittel sein, um bei Patienten mit Typ-1-Diabetes postprandiale Hyperglykämien zu dämpfen. Dies zeigen zwei Parallelstudien aus den USA. Im Gegensatz dazu hat eine Behandlung mit Liraglutid offenbar keinen Einfluss auf die Glukose- und die Glucagonantwort im Plasma. In den Studien erhielten 8 Teilnehmer im Alter von 20±3 Jahren und mit einem HbA1c von 6,9±0,5 % Pramlintid. Weitere 10 Teilnehmer waren 22±3 Jahre alt und hatten einen HbA1c von 7,6±0,9 %. Sie erhielten Liraglutid. Die Behandlungsdauer betrug 3–4 Wochen. Vor und nach der Behandlung wurde bei den Patienten jeweils ein Toleranztest nach einer gemischten Mahlzeit durchgeführt – ohne präprandiale Insulingabe. Im Vergleich zu den Reaktionen auf den Toleranztest nach einer gemischten Mahlzeit vor der Behandlung reduzierte die Behandlung mit Pramlintid den maximalen Glucagonanstieg von 32±16 auf 23±12 pg/ml (p<0,02). Darüber hinaus fiel die inkrementelle Fläche unter der Plasmaglucagonkurve im Zeitraum von 0–120 Minuten von 1988±590 auf 737±577 pg/ml/min (p<0,001). Dies wurde begleitet von einer vergleichbaren Reduktion des durch die Mahlzeit stimulierten Anstieges der Plasmaglukosekurve von 11.963±1424 mg/dl/min vor der Behandlung auf 2493±1854 mg/dl/min nach der Behandlung (p<0,01). Die Behandlung mit Liraglutid hatte dagegen keinen Effekt auf die Plasmaglucagon- und Plasmaglukose-Reaktionen während des Toleranztestes. Fazit Postprandiale Hyperglykämien könnten mit einer unterstützenden Behandlung mit Pramlintid abgemildert werden. Im Gegensatz dazu waren die Plasmaglukose- und Glucagonantworten nach 3 bis 4 Wochen Behandlung mit Liraglutid unverändert, so das Ergebnis zweier Parallelstudien aus den USA. Autoren: Galderisi A et al. Korrespondenz: Department of Pediatrics, Endocrinology and Diabetes Section, Yale School of Medicine, New Haven, CT, USA Studie: Pramlintide but Not Liraglutide Suppresses Meal-Stimulated Glucagon Responses in Type 1 Diabetes Quelle: J Clin Endocrinol Metab 2018 Mar 1;103(3):1088–1094. Web: academic.oup.com/jcem
Mehr erfahren zu: "Retinitis pigmentosa: Therapie lässt blinde Menschen einfache Objekte wahrnehmen" Weiterlesen nach Anmeldung Retinitis pigmentosa: Therapie lässt blinde Menschen einfache Objekte wahrnehmen Eine Gentherapie kombiniert mit einer Spezialbrille kann Menschen mit Retinitis pigmentosa, einer schweren erblichen Netzhauterkrankung helfen, wieder einfache visuelle Eindrücke wahrzunehmen.
Mehr erfahren zu: "Wie Optogenetik in Bonn zur Netzhautforschung beiträgt" Wie Optogenetik in Bonn zur Netzhautforschung beiträgt Der Medizin-Nobelpreis würdigt in diesem Jahr die Entwicklung der Optogenetik. Auch in Bonn wird diese Methode eingesetzt, um menschliche Netzhautzellen zu erforschen und neue Ansätze für die Behandlung degenerativer Netzhauterkrankungen […]
Mehr erfahren zu: "Medizin-Nobelpreis geht an zwei Deutsche und einen US-Forscher" Medizin-Nobelpreis geht an zwei Deutsche und einen US-Forscher Für ihre Forschung zur gezielten Veränderung von Zellen erhalten ein Berliner und ein Würzburger Forscher sowie ein US-Amerikaner den diesjährigen Nobelpreis für Medizin/Physiologie.