Prämature Ovarialinsuffizienz: DMG ruft zur Teilnahme an Studie zur Schaffung eines nationalen POI-Registers auf22. April 2025 Foto: © Suriyo/stock.adobe.com Die Deutsche Menopause Gesellschaft e.V. (DMG) hat eine prospektive multizentrische Pilot-Studie initiiert, die betroffene Patientinnen einer prämaturen Ovarialinsuffizienz (POI) systematisch erfassen soll. Ende 2024 startete die prospektive multizentrische Pilot-Studie „Systematische Erfassung der Versorgungssituation für Frauen mit prämaturer Ovarialinsuffizienz (POI) in Deutschland“. Entworfen wurde sie von der Arbeitsgemeinschaft „POI“ des „Jungen Forums“ der DMG. Sie wird in Kooperation mit dem „Institut für digitale Gesundheitsdaten Rheinland-Pfalz“ (IDG) durchgeführt. Dem „Jungen Forum“ der DMG gehören derzeit rund 30 Ärzte an, die teils an universitären Zentren, teils niedergelassen tätig sind und unter der Mentorschaft von DMG-Präsidentin Dr. Katrin Schaudig und DMG-Schriftführerin Dr. Annette Bachmann in mehreren wissenschaftlichen Arbeitsgruppen und Projekten aktiv sind. Schnellere Diagnosestellung im Fokus An acht Studienzentren werden bis März 2026 Daten von betroffenen Frauen erhoben. Die Ergebnisse sollen als Basis für ein nationales POI-Register dienen. „Die Idee zur Studie und zum Register entstand durch den Fall einer 36-jährigen Patientin, bei der vom Auftreten der POI-Symptome bis zur Diagnosestellung über 1,5 Jahre vergingen. Das ist leider keine Seltenheit“, erklärt Dr. Julia Schläger aus Frankfurt am Main, Mitglied der AG „POI“. „Eine prämature Ovarialinsuffizienz wird häufig nicht erkannt, da die Beschwerden aufgrund des jungen Alters der Patientinnen nicht mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht werden. Dabei sind eine frühzeitige Diagnostik und Therapieeinleitung entscheidend im Hinblick auf die gesundheitlichen und reproduktiven Folgen“, betont die Gynäkologin. Frauen im Alter von 18 bis 44 Jahren, bei denen ein erhöhter Wert des Follikelstimulierenden Hormons (FSH>25 IU/l vor dem 40. Geburtstag) und seit mindestens 4 Monaten Zyklusstörungen vorliegen, können an der Studie teilnehmen. Dafür sind das Ausfüllen eines Fragebogens und eine einmalige Vorstellung mit ggf. ergänzenden Untersuchungen in einem der Studienzentren erforderlich. „Wir laden Ärztinnen und Ärzte dazu ein, betroffene Patientinnen auf diese Studie aufmerksam zu machen sowie die Studienärztinnen zu kontaktieren“, sagt Schläger. „Unser Ziel ist es, die Versorgung betroffener Frauen zu verbessern. Die Studie ist der erste Schritt auf dem Weg zu einem nationalen Register, das langfristig eine bessere Diagnostik, frühe Erkennung und gezielte Therapie herbeiführen soll“, betont Dr. Katrin Schaudig, Präsidentin der DMG und niedergelassene Gynäkologin aus Hamburg. Weiterführende Informationen Die Ansprechpartnerinnen der Rekrutierungszentren sind: Dr. Katrin Schaudig, Hormone Hamburg; Dr. Annette Bachmann, Unimedizin Frankfurt; Dr. Helena Bralo, LMU München; Dr. Nele Freerksen-Kirschner, Uniklinikum RWTH Aachen; Dr. Angela Mayser, Uniklinikum Bonn; Dr. Julia Schläger, Endokrinologikum Frankfurt; Dr. Marina Sourouni, Uniklinikum Heidelberg; Dr. Susanne Theis, Unimedizin Mainz. xperten der DMG mit Unterstützung des Berufsverbands der Frauenärzte e.V. (BVF) beantworten betroffenen Frauen und interessierten Laien regelmäßig in kostenfreien Online-Informationsveranstaltungen Fragen rund um die Wechseljahre. Anfang Februar fand die erste in 2025 zum Thema „POI – Wenn die Wechseljahre zu früh einsetzen“ statt. Die Aufzeichnung all dieser Veranstaltungen ist auf der Website www.menopause-gesellschaft.de abrufbar.
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