Samenflüssigkeit kann Infektion durch Mpox-Viren begünstigen7. September 2026 Symbolbild: © Berit Kessler – stock.adobe.com Sperma kann in Zellkulturen die Aufnahme von Mpox-Viren in Hautzellen erleichtern, so das Ergebnis einer aktuellen Studie von Forschenden aus Deutschland. Zweimal rief die Weltgesundheitsorganisation WHO in den vergangenen Jahren wegen Mpox-Ausbrüchen eine gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite aus, zuletzt 2024. Auch in Europa und Asien gab es Infizierte, und bis heute treten in Deutschland kontinuierlich neue Mpox-Fälle auf. Die Krankheit beginnt mit eher unspezifischen Symptomen wie zum Beispiel Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen. Erst im weiteren Verlauf zeigen sich die typischen Hautveränderungen auf der Haut. Da diese auch auf Schleimhäuten auftreten können, werden sie zuweilen erst spät entdeckt. Frühere Virusvarianten wurden überwiegend von Tieren auf Menschen übertragen, die neueren Varianten verbreiten sich auch von Mensch zu Mensch. Zur Übertragung braucht es einen engen Körperkontakt, etwa wenn eine Mutter ihr Kind umarmt, oder sexuelle Kontakte. Eiweißbruchstücke erleichtern Andocken an menschliche Zellen Ein Forschungsteam um Prof. Denisa Bojkova von der Goethe-Universität und der Universitätsmedizin Frankfurt am Main hat jetzt herausgefunden, dass Samenflüssigkeit die Infektion von Hautzellen mit dem Mpox-Virus erleichtern kann. Die Ergebnisse wurden in „Emerging Microbes & Infections“ publiziert. Die Forschenden infizierten Fibroblasten und Keratinozyten mit Mpox. Waren die Viren zuvor mit Samenflüssigkeit vermischt worden, förderte dies die Aufnahme des Erregers in die Zellen. Eine Analyse der Samenflüssigkeit zeigte, dass dafür bestimmte, natürlich vorkommende Eiweißbruchstücke in der Samenflüssigkeit verantwortlich sind, die Fasern bilden und dadurch dem Mpox-Virus das Andocken an menschliche Zellen erleichtern. „Unsere Ergebnisse liefern eine Erklärung dafür, warum sexuelle Kontakte ein besonders hohes Übertragungsrisiko bergen“, sagt die Doktorandin Emma Torbica aus Frankfurt am Main, die die Experimente durchgeführt hat. „So kann Samenflüssigkeit die Infektion fördern, wenn sie zum Beispiel mit analen oder genitalen Schleimhäuten in Kontakt kommt, wo sich bereits Pocken gebildet haben, die noch nicht bemerkt wurden.“ Die Studienleiterin Prof. Denisa Bojkova, Frankfurt am Main, erläutert: „Zugleich sind die Befunde auch für die medizinische Praxis wichtig, weil wir zeigen konnten, dass verfügbare antivirale Medikamente unter diesen Bedingungen wirksam bleiben. Darüber hinaus haben wir festgestellt, dass ein experimenteller Wirkstoff die infektionsfördernden Strukturen stören und das Virus zusätzlich direkt hemmen kann. Langfristig könnte dies neue Ansätze zur Prävention eröffnen.“
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