Prävention neu denken: Einstein Center for Early Disease Interception eröffnet25. März 2026 30 und 60 Tage alte Hirnorganoide in der Petrischale. (Quelle: © Pablo Castagnola | Einstein Stiftung Berlin) Forschende aus zwölf Berliner Institutionen wollen Krankheiten erkennen und behandeln, bevor Symptome entstehen: Im Einstein Center for Early Disease Interception bündeln sie ihre Expertise, um neue Wege der Prävention zu erschließen und schneller in die Anwendung zu bringen. Dass sich eine ernste Erkrankung anbahnt, bleibt oft jahrelang unbemerkt. Wenn Symptome auftreten, sind Organschäden bereits vorhanden und nur begrenzt rückgängig zu machen. Manchmal fehlt jeder Hebel, um den weiteren Verlauf zu stoppen. Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin, des Max Delbrück Centers, des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) und der Technischen Universität Berlin wollen dies zusammen mit weiteren Berliner Partnern ändern und Prävention neu denken. Mithilfe neuester Technologien wollen sie verstehen, was ganz am Anfang einer Erkrankung in den Zellen unseres Körpers geschieht. Dieses Wissen schafft die Grundlagen, um deutlich früher einzugreifen: in einem Stadium, in dem erst einzelne Zellen betroffen sind und die Krankheit noch steuerbar ist. Gebündelt wird diese Expertise im „Einstein Center for Early Disease Interception“ (EC-EDI), das am Berliner Institut für medizinische Systembiologie des Max Delbrück Center in Mitte eröffnet wurde. Die Einstein Stiftung Berlin fördert das Zentrum mit insgesamt sechs Millionen Euro und unterstützt das EC-EDI bei der Rekrutierung junger internationaler Talente mit weiteren Mitteln, die das Land Berlin bereitstellt. Das Zentrum baut auf einer zweijährigen Vormodulphase auf. Ein dynamisches Netzwerk für Schlüsseltechnologien In den kommenden sechs Jahren wollen die Wissenschaftler die Entwicklung, Integration und Anwendung von Schlüsseltechnologien vorantreiben. Dazu gehören zum Beispiel Einzelzell-Multiomik-Technologien und räumliche Biologie, patientenspezifische Organoide, 3D-Bioprinting sowie Modellierungen von Mechanismen und Krankheitsverläufen auf der Basis von Künstlicher Intelligenz. Es soll außerdem eine Plattform für die institutionenübergreifende Zusammenarbeit entstehen, um Forschungsergebnisse gemeinsam mit Unternehmen und Investoren schneller in die Klinik zu bringen und gleichzeitig gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mehrwert für Berlin zu schaffen. Im Fokus stehen zunächst Atemwegs- und neurologische Erkrankungen wie entzündliche Lungenerkrankungen, Tuberkulose, Alzheimer und Multiple Sklerose. Im EC-EDI arbeiten unter anderem die Charité – Universitätsmedizin Berlin, das Berlin Institute of Health in der Charité (BIH), das Max Delbrück Center, die Technische Universität Berlin, die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin sowie weitere außeruniversitäre Einrichtungen wie das Museum für Naturkunde und Max-Planck-Institute zusammen.
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