Prävention von Infektionen mit Clostridium difficile durch Probiotika3. August 2017 © dimasobko – fotolia.com Ein systematischer Review mit Meta-Regressionsanalyse hat gezeigt, dass die Verabreichung von Probiotika in größerer zeitlicher Nähe zur ersten Antibiotika-Dosis bei erwachsenen Patienten in stationärer Behandlung das Risiko für eine Infektion mit Clostridium difficile (CDI) um mehr als 50% senkt. Die Autoren der aktuellen Arbeit empfehlen, dass zukünftige Studien sich mit der optimalen Dosis, Art und Zusammensetzung solcher Probiotika befassen sollten. Derzeit empfehlen die Leitlinien die Gabe von Präbiotika zur CDI-Prävention nicht. Die Autoren suchten in verschiedenen Datenbanken nach randomisiert-kontrollierten Studien, in denen die Gabe von Präbiotika bei erwachsenen Krankenhauspatienten unter Antibiotika-Therapie thematisiert wurde. Primärer Endpunkt der Analyse war die CDI-Inzidenz, sekundärer Endpunkt das Auftreten unerwünschter Ereignisse. In sekundären Analysen wurden zudem die Auswirkungen der jeweiligen Probiotika-Spezies sowie Dosis, Zeitpunkt der Gabe, Formulierung und Dauer untersucht sowie die Qualität der Studien. Insgesamt wurden die Daten von 19 veröffentlichten Studien und 6261 Patienten ausgewertet. Die CDI-Inzidenz in der Probiotika-Kohorte war mit 1,6 % (54 von 3277) niedriger als bei den Kontrollen mit 3,9 % (115 von 2984; p<0,001). Das gepoolte relative Risiko (RR) für eine CDI betrug bei Patienten mit Probiotika 0,42 (95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,30–0,57; I2=0,0 %). Eine Meta-Regressionsanalyse ergab, dass Probiotika signifikant wirksamer waren, wenn man sie in zeitlich größerer Nähe zur ersten Antibiotika-Dosis verabreichte. Dabei senkte jeder weitere Tag, der bis zum Beginn der Probiotika-Gabe verstrich, deren Wirkung (p=0,04): Probiotika, die der Patient innerhalb von 2 Tagen vor Start der Antibiotika-Therapie erhielt, reduzierten das CDI-Risiko stärker (RR 0,32; 95 %-KI 0,22–0,48; I2=0 %) als eine spätere Gabe (RR 0,70; 95 %-KI 0,40–1,23; I2=0 %; p=0,02). Die Studienautoren beobachteten bei den Patienten, die Probiotika erhielten, kein erhöhtes Risiko für unerwünschte Ereignisse. Insgesamt stufen sie die Qualität der vorgelegten Evidenz als hoch ein. Autoren: Shen NT et al. Korrespondenz: Dr. Nicole T. Shen, New York-Presbyterian Hospital, Weill Cornell Medical Center, 1305 York Avenue, 4th Floor, New York, NY 10021, USA; [email protected] Studie: Timely Use of Probiotics in Hospitalized Adults Prevents Clostridium difficile Infection: A Systematic Review With Meta-Regression Analysis Quelle: Gastroenterology 2017;152(8):1889–1900. Web: www.gastrojournal.org
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