Prävention von Lebermetastasen und genetisch geschützte CAR-T-Zellen: Doppelte Auszeichnung für Mirco Julian Friedrich26. November 2025 Dr. Mirco Julian Friedrich. Bildquelle: ©Neri Kranz/DKFZ Der Arzt und Krebsforscher Dr. Mirco Julian Friedrich vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), vom Stammzellforschungsinstitut HI-STEM* sowie vom Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD), wird doppelt ausgezeichnet – für zwei unabhängige Forschungsprojekte. Die Hartmut und Margrit Beug Stiftung für Metastasierungsforschung verleiht den mit 12.000 Euro dotierten Metastasis Prize 2025 für Friedrichs neuartigen präventiven Ansatz gegen Lebermetastasen. Bei vielen Krebsarten entstehen Metastasen bevorzugt in der Leber, da die im Blut zirkulierenden Tumorzellen die sehr günstige Mikroumgebung dieses Organs ausnützen, um sich dort anzusiedeln. Friedrich und seine Kollegen wollen nun Leberzellen mithilfe von mRNA umprogrammieren und damit die Mikroumgebung undurchlässig für Krebszellen machen. So soll die Leber mit einer Art „Schutzschild“ gegen Metastasen ausgestattet werden. Dieser gezielte gentherapeutische Ansatz soll das Risiko der Entwicklung von Lebermetastasen senken. Möglicherweise kann dadurch bei bestimmten Krebspatienten langfristig sogar auf die risikosenkende Chemotherapie mit all ihren Nebenwirkungen verzichtet werden. T-Zellen vor Angriffen durch Natürliche Killerzellen schützen Den mit 10.000 Euro dotierten Kind-Philipp-Forschungspreis 2025 erhält Friedrich gemeinsam mit seinen früheren Kollegen Kevin Lu (heute Universitätsklinikum Essen) und Michael Kilian (heute Harvard Medical School). Die drei Forschenden hatten herausgefunden, dass T-Zellen, die Krebszellen erkennen und aktiv werden, von einem anderen Player des Immunsystems, den natürlichen Killerzellen, angegriffen und abgetötet werden. Für Krebspatienten stellt das ein Problem dar: Der Mechanismus verhindert oft, dass Tumoren erfolgreich vom Immunsystem bekämpft werden, und er kann die Wirkung moderner zellulärer Krebsimmuntherapien wie der CAR-T-Zelltherapie abschwächen. Mit der Genschere CRISPR/Cas9 gelang es den drei Forschenden, T-Zellen so zu verändern, dass sie besser vor Angriffen durch natürliche Killerzellen geschützt sind. Auf Grundlage dieser Ergebnisse leitet Friedrich nun die klinische Studie PERSIST-B7H6, um erstmals zu untersuchen, ob solche genetisch geschützten CAR-T-Zellen länger im Körper überleben und dadurch wirksamer gegen Krebs vorgehen können. Diese NCT-Brückenstudie wird an den NCT-Standorten Heidelberg, West (Essen) und Berlin durchgeführt. Friedrich ist seit 2025 Arbeitsgruppenleiter am DKFZ und der HI-STEM gGmbH und klinisch tätiger Hämatologe und Onkologe am Universitätsklinikum Heidelberg. Nach dem Medizinstudium und der Promotion in Heidelberg und an der Harvard Medical School war er Postdoktorand und EMBO Fellow am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Für seine Forschung erhielt Friedrichs bereits zahlreiche Auszeichnungen u. a.: Forbes 30 Under 30 – Europe, MIT McGovern Technology Award, DGHO-Promotionspreis, Young Investigator Awards der amerikanischen Gesellschaften für Neuro-Onkologie (SNO) und Multiple Myelomforschung (IMS). *Das Heidelberger Institut für Stammzelltechnologie und experimentelle Medizin (HI-STEM) gGmbH wurde 2008 als Public-Private-Partnership von DKFZ und Dietmar Hopp Stiftung gegründet.
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