Preiswerte Hilfsmittel zur Erinnerung an die Medikamenteneinnahme bringen leider nichts24. Juli 2017 © von Lieres – fotolia.com Preiswerte Hilfsmittel zur Erinnerung an die Medikamenteneinnahme verbesserten in einer neuen Studie bei Patienten, die bis zu 3 Medikamente am Tag gegen häufige chronische Erkrankungen nahmen, nicht die Adhärenz. Die Geräte hätten möglicherweise effektiver sein können, wenn sie mit Interventionen gekoppelt worden wären, um den durchgehenden Einsatz sicher zu stellen, oder wenn sie sich gezielt an Personen gerichtet hätten, die ein noch höheres Risiko für Nichtadhärenz hatten, spekulieren die Forscher um Prof. Niteesh K. Choudhry von der Harvard Medical School, Boston. In die Studie wurden 53.480 Antragsteller der Arzneimittel-Einkaufsorganisation CVS Caremark aufgenommen. Als geeignet betrachteten die Autoren Patienten von 18–64 Jahren, die langfristig 1–3 Tabletten täglich nehmen sollten. Dabei mussten sie in den 12 Monaten vor der Randomisierung suboptimal adhärent gewesen sein (Medikations-Besitz-Verhältnis von 30–80 %). Die Patienten wurden auf Basis der Medikamente, die sie bei der Randomisierung nahmen, stratifiziert: Medikamente gegen kardiovaskuläre oder andere chronische Erkrankungen außer Depression (Subgruppe mit chronischen Erkrankungen) und Antidepressiva (Antidepressiva-Subgruppe). Die Randomisierung erfolgte innerhalb von Blöcken, die danach definiert wurden, ob alle relevanten Medikamente 1-mal täglich genommen werden mussten. Die Patienten wurden für einen Streifen mit „Schiebe-Schaltern“ zum Aufkleben auf Pillenfläschchen (z. B. www.take-n-slide.com), eine digitale Timer-Kappe oder eine Standard-Pillenbox randomisiert. Die Kontrollgruppe erhielt weder Benachrichtigung noch Hilfsmittel. Das mittlere Alter der 53.480 Teilnehmer betrug 45±12 Jahre, 56 % waren weiblich. In der primären Analyse waren 15,5 % der Patienten mit chronischen Erkrankungen, die der üblichen Tablettenbox zugeteilt worden waren, während der Nachbeobachtung optimal adhärent, in der Gruppe mit digitaler Timer-Kappe 15,1 % und unter denjenigen mit den aufgeklebten Schieber-Streifen 16,3 % . Im Kontrollarm traf dies auf 15,1 % zu. Die Autoren beobachteten keinen statistisch signifikanten Unterschied bei den Odds für optimale Adhärenz zwischen Kontrollgruppe und den Gruppe mit einem der Hilfsmittel (Standard Pillenbox: Odds Ratio [OR] 1,03 [95 %-Konfidenzintervall (KI) 0,95–1,13]; digitale Timer-Kappe: OR 1,00 [95%-KI 0,92–1,09]; Schieber-Streifen: OR 0,94 [95 %-KI 0,85–1,04]). In direkten Vergleichen waren die Odds für optimale Adhärenz mit der Standard-Pillenbox höher als mit dem Streifen (OR 1,10 [95 %-KI 1,00–1,21]). Sekundäre Analysen fielen ähnlich aus. Autoren: Choudhry NK et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Effect of Reminder Devices on Medication Adherence: The REMIND Randomized Clinical Trial. Quelle: 2017;177(5):624–631. Web: dx.doi.org/10.1001/jamainternmed.2016.9627
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