Primäre ITP im Erwachsenenalter: Komplementaktivierungsprofil unter der Lupe

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Eine Komplementaktivierung wurde bei primärer Immunthrombozytopenie (ITP) bereits beschrieben. Doch ist sie klinisch relevant?

Dieser Frage gingen Wissenschaftler um Keiichi Nakata von der Universität Osaka in Suita nach und untersuchten den Zusammenhang zwischen Komplementaktivierung und verschiedenen Biomarkern sowie den klinischen Merkmalen von ITP-Patienten.

In seine Studie konnte das Team 40 ITP-Patienten einschließen. Wie Nakata et al. feststellten, waren bei einem erheblichen Teil der ITP-Patienten die Konzentrationen von Thrombozyten-gebundenem C1q, C3d und C4d erhöht, verglichen mit gesunden Kontrollpersonen, wobei die Titer stark variierten.

Drei Gruppen von ITP-Patienten identifiziert

Anhand einer hierarchischen Clusteranalyse stellten die Forscher fest, dass sich die ITP-Patienten anhand ihrer Werte in 3 Gruppen einteilen ließen: alle negativ (Cluster 1), erhöhtes C1q mit negativen bis niedrigen C3d- und C4d-Werten (Cluster 2) und hohe C3d- und C4d-Werte (Cluster 3).

Plättchen-assoziiertes (PA) Immunglobulin M (IgM) wurde hauptsächlich in Cluster 3 nachgewiesen, PA-IgG hingegen in den Clustern 2 und 3. Darüber hinaus beobachteten die Autoren, dass die Anzahl der Fälle, die nicht auf die Erstlinientherapie ansprachen, in den Clustern 2 und 3 erhöht war.

Die Komplement­ablagerung auf der Thrombozyten­oberfläche habe mit einem erhöhten Anteil unreifer Thrombozyten korreliert, führt das Team weiter aus. Keinen signifikanten Zusammenhang beobachteten die Autoren zwischen der Komplementaktivierung und PA-Glykoprotein-IIb/IIIa- (GPIIb/IIIa-) oder PA-GPIb/IX-Antikörpern, dem C1s-Quotienten im Plasma oder dem Fatigue-Score.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass PA-IgG und PA-IgM unterschiedlich zum Komplement-Aktivierungsprofil auf der Thrombo­zytenoberfläche beitragen und mit einem erhöhten Thrombozyten-Umsatz assoziiert sind“, bilanziert das Team. Dies charakterisiere eine spezifische Patientengruppe mit ITP und Komplement-Aktivierung. Seine Befunde könnten zudem eine Grundlage für die Stratifizierung von Patienten in zukünftigen klinischen Studien zu Komplement-gerichteten Therapien bieten, regt das Team an. Die Studie wird von einem Kommentar begleitet (doi: 10.1182/blood.2026034015) (sf)