PRIORITY-Studie zu COVID-19 bei nicht hospitalisierten Schwangeren: Längerer und unspezifischer Krankheitsverlauf14. Oktober 2020 Foto: © okfoto/Adobe Stock Bei Schwangeren können COVID-19-Symptome offenbar länger persistieren als bei anderen Erkrankten: Bei einem Viertel der Frauen, die an einer nationalen Studie in den USA teilnahmen, hielten sie bis zu 2 Monate oder länger an. In der bislang größten Studie zu COVID-19 bei nicht hospitalisierten Schwangeren analysierten die Forscher den klinischen Verlauf und die Outcomes von 594 Frauen, die während ihrer Schwangerschaft positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die häufigsten frühen Symptome bei Schwangeren Husten, Halsschmerzen, Körperschmerzen und Fieber waren. Die Hälfte der Teilnehmerinnen lit nach 3 Wochen an Symptomen und 25% auch noch nach 8 Wochen. In der PRIORITY-Studie (Pregnancy CoRonavIrus Outcomes RegIsTrY), einer noch laufenden Studie in den USA werden Frauen untersucht, die während der Schwangerschaft oder bis zu 6 Wochen danach entweder bestätigt oder vermutet an COVID-19 leiden. Die neue Analyse konzentrierte sich auf ambulante Patientinnen, die die überwiegende Mehrheit der Erwachsenen mit dem Virus darstellen. Die Studienteilnehmerinnen wurden zwischen dem 22. März und dem 10. Juli positiv getestet und hatten ein Durchschnittsalter von 31 Jahren. Fast 1/3 der Patientinnen arbeiteten in Gesundheitsberufen. 34% lebten im Nordosten der USA, 25% im Westen, 21% im Süden und 18% im Mittleren Westen des Landes. Bei 31% handelte es sich um Frauen lateinamerikanischer Herkunft, 9% waren Schwarze. Das durchschnittliche Gestationsalter zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Studie betrug ca. 24 Wochen. Die Forscher fanden mehrere häufige Symptome von COVID-19, aber auch, dass Symptome im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 durch überlappende Symptome einer normalen Schwangerschaft (Übelkeit, Müdigkeit, Obstipation) schwerer ausfielen. Die wichtigsten primären Symptome waren Husten (20%), Halsschmerzen (16%), Körperschmerzen (12%) und Fieber (12%). Im Vergleich dazu tritt Fieber bei 43% der nicht schwangeren Krankenhauspatienten auf. Ein Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinnes war das erste Symptom bei 6% der schwangeren Frauen. Andere Symptome waren Atemnot, eine laufende Nase, Niesen, Übelkeit, Halsschmerzen, Erbrechen, Durchfall oder Schwindel. 60 Prozent der Frauen hatten nach 4 Wochen Krankheit keine Symptome mehr, aber bei 25 Prozent blieben die Symptome bestehen und dauerten ≥8 Wochen. Die mediane Zeit bis zur Besserung der Symptome betrug 37 Tage. „Die Mehrheit unserer Studienpopulation litt an einer leichten Erkrankung und wurde nicht ins Krankenhaus eingeliefert“, berichtet Erstautorin Dr. Yalda Afshar von der David Geffen School of Medicine (USA). „Trotzdem dauerte es durchschnittlich 37 Tage, bis sich die Symptome besserten. Trotz der potenziellen Risiken von COVID-19 für Schwangere und ihre Neugeborenen gibt es große Wissenslücken über den Krankheitsverlauf und die Gesamtprognose“, sagt sie. „Unsere Ergebnisse können schwangeren Menschen und ihren Ärzten helfen, besser zu verstehen, was bei einer COVID-19-Infektion zu erwarten ist.“
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