Proaktive palliative Versorgung bei COPD: Keine Verbesserung der Lebensqualität insgesamt20. Dezember 2017 Foto: © Sherry Young/Fotolia Eine proaktive palliative Versorgung führt bei Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) offenbar nicht zu einer Verbesserung der Lebensqualität insgesamt. So lautet das ernüchternde Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Studie. Positiv aber merken die Autoren der Studie an, dass Patienten unter einer solchen Versorgung häufiger eine Patientenverfügung verfassten, was möglicherweise an ihrem Lebensende zu einer für sie besseren Versorgungsqualität führte. Für die Studie wurden Daten aus je 3 Krankenhäusern verwendet, in denen COPD-Patienten mit einer schlechten Prognose entweder routinemäßig versorgt oder im Sinne einer proaktiven palliativen Versorgung (Intervention) behandelt wurden. Dabei kamen Krankenhäuser nur dann für die Interventionsgruppe infrage, wenn sie über ein spezialisiertes palliativmedizinisches Team verfügten. Die Patienten in der Interventionsgruppe erhielten zusätzlich zur üblichen Versorgung in monatlichen Sitzungen mit eben einem solchen spezialisierten palliativmedizinischen Team eine proaktive palliative Fürsorge. Primärer Endpunkt der Untersuchung war die Veränderung beim Score die Lebensqualität betreffend (St George Respiratory Questionnaire [SGRQ]) nach 3 Monaten. Im Jahr 2014 wurden so 228 Patienten in die Studie eingeschlossen – 90 in der Interventionsgruppe und 138 Kontrollen. Nach 3 Monaten lagen von 163 Patienten (67 aus der Interventionsgruppe, 96 Kontrollen) Angaben zum SGRQ vor. Die Studienautoren fanden keinen signifikanten Unterschied bei der Veränderung der SGRQ-Scores insgesamt nach 3 Monaten zwischen den Gruppen (-0,79; 95%-Konfidenzintervall [KI] zwischen -4,61 und 3,34; p=0,70). Tatsächlich aber litten die Patienten in der Gruppe mit proaktiver palliative Versorgung nach 6 Monaten weniger unter dem Einfluss, den ihre COPD auf sie hatte (SGRQ-Unterskala -6,22; 95 %-KI zwischen -11,73 und -0,71; p=0,04), und verfassten häufiger Patientenverfügungen (adjustierte Odds Ratio 3,26; 95 %-KI 1,49–7,14; p=0,003).
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