Probiotika nach Kolektomie wegen Colitis ulcerosa: Wirksam – aber sind sie ihr Geld wert?16. September 2025 Abbildung, KI-generiert: © Ai Gallerybd/stock.adobe.com Zwar hat eine Untersuchung US-amerikanischer Forschender ergeben, dass der Einsatz von Probiotika nach einem chirurgischen Eingriff wegen Colitis ulcerosa eine Pouchitis verhindern helfen kann. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis hängt aber der Studie zufolge vom Rezidivrisiko ab. Die von Wissenschaftlern an der University of California – Los Angeles Health Sciences durchgeführte und in „Gastro Hep Advances“ veröffentlichte Studie ist nach Angaben der Autoren die erste, in der das Kosten-Nutzen-Verhältnis einer Behandlung mit Probiotika in diesem Kontext untersucht wurde. Wirksamkeit bestätigt, aber Kosten häufig höher als Nutzen In älteren Untersuchungen hatte sich die Einnahme von Probiotika als wirksam bei der Verhinderung einer Pouchitis oder dem erneuten Auftreten einer solchen erwiesen. Die UCLA-Studie bestätigte zwar die Wirksamkeit einer solchen Strategie im Vergleich zu einem Verzicht auf Probiotika, ergab aber auch, dass die Ausgaben für Drittzahler in den meisten Fällen höher zu bewerten sind als der Nutzen – es sei denn, die Kosten für das Probiotikum werden gesenkt. „Unsere Forschungsergebnisse unterstreichen, dass eine Behandlung mit Probiotika das Risiko für diese Komplikation zwar senken kann, ihre hohen Kosten den Gesamtwert bei den meisten Patienten aber begrenzen“, erklärt Dr. Gaurav Syal, Hauptautor der Arbeit und Spezialist für Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen an der UCLA. „Unsere Analyse kann bei der gemeinsamen Entscheidungsfindung von Patienten, Ärzten und Kostenträgern helfen, um sicherzustellen, dass Ressourcen dort eingesetzt werden, wo sie den meisten Nutzen bringen.“ Nur in bestimmten Fällen wirtschaftlich Gegenstand der UCLA-Studie war es zu beurteilen, ob die tägliche Einnahme eines Probiotikums mit acht Bakterienstämmen zur Vermeidung einer Pouchitis sich für Drittzahler wie Medicare, Medicaid und Privatversicherungen rechnet. Unter Verwendung eines Computermodells ermittelten die Studienautoren das Risiko für die initiale Entwicklung einer Pouchitis sowie für ein Wiederauftreten innerhalb eines Zeitraumes von zwei Jahren. Man stellte fest, dass die tägliche Behandlung mit Probiotika – im Vergleich zu einem Verzicht darauf – nur bei Patienten wirtschaftlich war, die häufig Pouchitisrezidive erlitten (mindestens 2 pro Jahr). Die Einnahme rechnete sich aber nicht bei Patienten mit seltenen Rückfällen und ebenso wenig zur Vermeidung einer ersten Pouchitis. Für einen Zeitraum von zwei Jahren ergab das eingesetzte Modell, dass eine Behandlung mit Probiotika zur Verhinderung einer ersten Pouchitis fast zehnmal so teuer war wie keine solche Therapie (2200 vs. 299 US-Dollar). Außerdem war die Kosten für die Einnahme von Probiotika sechsmal höher als bei einem Verzicht darauf, wenn es um die Prävention seltener Rezidive einer Pouchitis ging (3370 vs. 557 US-Dollar). Als wirtschaftlich hingegen erwies sich eine Strategie mit Probiotika-Gabe, wenn ein Patient pro Jahr zwei oder mehr Rückfälle erlitt.
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