Probiotika, Präbiotika und Synbiotika: Mangelnde Angaben über Sicherheit und mögliche Schäden7. Januar 2019 © regine schöttl – fotolia.com Wie französische Wissenschaftler berichten, werden Probiotika, Präbiotika und Synbiotika zunehmend eingesetzt, obwohl über ihre Sicherheit und mögliche Risiken kaum etwas bekannt ist. In einem systematischen Review schreiben Forscher, dass die Berichterstattung über mögliche Schäden in Veröffentlichungen über randomisierte kontrollierte Studien (RCT), die Probiotika, Präbiotika und Synbiotika bewerten, oft mangelhaft oder unzureichend sind. Ohne Angabe von Sicherheitsdaten könne nicht davon ausgegangen werden, dass diese Interventionen sicher sind. Vom 1. Januar 2015 bis 20. März 2018 nutzten die Autoren das Cochrane Central Register of Controlled Trials und die Datenbanken Pubmed, Embase und Web of Science. Sie extrahierten RCT, die die Sicherheit oder Wirksamkeit von mindestens einer Intervention mit Probiotika, Präbiotika oder Synbiotika allein oder in Kombination mit einer anderen Intervention im Vergleich zu einer Kontrolle (z. B. einem Placebo oder einem Antibiotikum) für einen klinischen Punkt bewerteten. Von 384 Studien, die mit gesunden Probanden (n=136) oder Patienten mit einer von mehreren Erkrankungen (n=248) durchgeführt wurden, wurden 339 (88 %) in Fachzeitschriften veröffentlicht. Am häufigsten wurden Probiotika ausgewertet (n=265 [69 %]). Es gab Studien mit ambulant behandelten kranken Personen (n=195) und Hochrisikopatienten (n=53). Für 106 Studien (28 %) wurden keine schadenrelevanten Daten gemeldet. Angaben von Sicherheitsergebnissen fehlten bei 142 (37 %) Studien und bei 309 (80 %) wurde die Anzahl der schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse (SAE) pro Studiengruppe nicht angegeben. Von 242 Studien, in denen schadenbezogene Ergebnisse erwähnt wurden, verwendeten 37 % (n=89) nur allgemeine Aussagen zur Beschreibung von AE und 16 % (n=38) unzureichende Beschreibungen. Insgesamt gaben 375 Studien (98 %) keine Definition für AE oder SAE oder die Anzahl von Teilnehmern, die aufgrund von Schäden ausschieden, oder die Anzahl der AE und SAE pro Studiengruppe an. Fazit Die Sicherheit von Probiotika, Präbiotika und Synbiotika ist bisher unzureichend erforscht. Autoren: Bafeta A et al. Korrespondenz: Prof. Aïda Bafeta, Centre d‘Epidémiologie Clinique, INSERM U1153, Hôpital Hôtel-Dieu, 1 place du Parvis Notre Dame, 75004 Paris, Frankreich; [email protected] Studie: Harms Reporting in Randomized Controlled Trials of Interventions Aimed at Modifying Microbiota: A Systematic Review Quelle: Ann Intern Med 2018;169(4):240–247. Web: annals.org
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