Prof. Markus Otto folgt Ruf an die Universitätsmedizin Halle (Saale)14. Juli 2021 Prof. Markus Otto ist neuberufener Professor für Neurologie an der Universitätsmedizin Halle. (Bildquelle: Universitätsmedizin Halle) Prof. Markus Otto hat zum 1. Juli 2021 die Professur für Neurologie an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg angetreten. Damit verbunden ist die Leitung der Universitätsklinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Halle (Saale). „Ich habe mich schon sehr früh für neurodegenerative Erkrankungen interessiert. Dass ich diese berufliche Richtung eingeschlagen habe, hat sich über die Jahre und beginnend im Medizinstudium ergeben“, erklärt Prof. Marcus Otto, der zunächst mit Labordiagnostik, beispielsweise zur Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, zu forschen begonnen hatte. „Spannend ist, dass sich viele neurologische Erkrankungen im Anfangsstadium sehr ähnlich sind und auf falsch gefaltete Proteine zurückgehen, sodass sich mein Interesse auf die Alzheimer-Demenz, seltene Sprachstörungen, frontale Demenzen, aber auch genetisch bedingte Erkrankungen ausweitete und ich dazu beitragen möchte, herauszufinden, ob und wie man die Fehlfaltungen beeinflussen oder ändern kann. Und viele Forschungsfragestellungen ergeben sich eben aus dem direkten Kontakt mit Patientinnen und Patienten“, erklärt der 54-jährige Neurologe, der bislang an der Universität Ulm geforscht und gelehrt hat. Der hallesche Proteinforschungsschwerpunkt sei einer der Gründe gewesen, weswegen er sich entschieden habe, den Ruf an die Universitätsmedizin Halle anzunehmen, erklärt Otto. „Ich habe in diesem Bereich sehr viele Anknüpfungspunkte, aber auch die Verbindung zur Psychiatrie ist sehr hilfreich und der versorgungswissenschaftliche Schwerpunkt ist hinsichtlich Prävention und häuslicher Situation einmalig. Und ich habe ein hervorragendes, sehr motiviertes Team hier in Halle“, sagt er. In den Bereichen Depression und Frontale Demenz bringt Otto zwei Forschungsprojekte mit nach Halle, die vor allem auf die Identifikation von Biomarkern abzielen: Zum einen, um die biologischen Wurzeln von schweren depressiven Erkrankungen zu erforschen und bessere Angriffsmöglichkeiten von Antidepressiva zu identifizieren. Zum anderen, um im Zusammenhang mit vererbter frontaler Demenz belastbare Biomarker zu finden, die eine individuelle Aussage über den Verlauf und Ansatz für weitere Forschungsprojekte bieten können. Diese weiter voranzubringen und weitere Projekte anzustoßen, habe er sich zum Ziel gesetzt. Dazu gehöre auch, ähnlich wie in Ulm, eine Biomaterialsammlung aufzubauen und mit klinischen Daten zu füllen. Im Bereich der Lehre will er Studierende vor allem im praktischen Feld für neurodegenerative Fragestellungen sensibilisieren. „Patientinnen und Patienten sind häufig die größten Spezialisten für ihre Erkrankung. Sie bemerken, dass etwas nicht stimmt, obwohl in der Bildgebung noch nichts zu sehen ist und ich möchte den Studierenden zeigen, welche Methoden es noch gibt, um einer möglichen Erkrankung frühzeitig, womöglich mit gezielter Labordiagnostik, auf die Spur zu kommen. Der direkte Kontakt ist daher sehr wichtig, um am Patienten zu lernen“, so Otto. Er wolle des Weiteren den Muskelschwerpunkt der halleschen Klinik für Neurologie, die Schlaganfall- und Kopfschmerz- sowie Multiple-Sklerose-Versorgung und -Forschung fortführen, stärken und ausbauen, und für Menschen mit seltenen neurologischen Erkrankungen ein Ansprechpartner sein.
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