Prof. Martin Groschup wird mit internationalem Symposium in den Ruhestand verabschiedet20. Oktober 2025 l.n.r. Dr. Katharina Kluge, Prof. Dr. Martin Groschup, Prof. Dr. Christa Kühn (© M. Jörn, FLI) Mit einem international hochkarätig besetzten Symposium verabschiedete das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) seinen langjährigen Wissenschaftler und Fachinstitutsleiter Prof. Dr. Martin Groschup in den wohlverdienten Ruhestand. Unter dem Titel „Globale Herausforderungen im One Health-Kontext – die Ausbreitung neuartiger und hochpathogener Zoonoseerreger” ging es nicht nur um sein ursprüngliches Schwerpunktthema Prionenerkrankungen und insbesondere BSE, sondern auch um das Krim-Kongo-Hämorrhagische-Fieber-Virus, West-Nil-Fieber-Virus und Tollwut. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion über die Zukunft der Forschung im Sinne von One Health. Vortragende aus Deutschland, Frankreich, Guinea, Kamerun, Kanada, Nigeria, Schweden, Spanien sowie der Türkei reisten zum FLI-Hauptstandort Insel Riems. „Die Vortragenden des Ehrensymposiums spiegeln in hervorragender Weise die internationalen Aktivitäten und die breite Vernetzung von Martin Groschup in der wissenschaftlichen Gemeinschaft wider. Wir wünschen ihm für die Zukunft, die sicher nicht wirklich ganz ruhig wird, alles erdenklich Gute!“, sagte die FLI-Präsidentin Prof. Dr. Christa Kühn im Namen des gesamten Instituts. Als Fachtierarzt für Mikrobiologie startete Martin Groschup 1991 am ehemaligen FLI-Standort Tübingen mit dem Thema BSE und Scrapie seine Karriere. Schwerpunkt war zunächst der Aufbau der Diagnostik und später die Politikberatung in der BSE-Krise. Nach dem ersten BSE-Fall in Deutschland zum Jahresende 2000 wurde innerhalb kürzester Zeit ein neues FLI-Fachinstitut installiert: das Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger. Dessen Leitung übernahm Martin Groschup 2001. Hier erfolgten ab 2003 BSE-Pathogenesestudien im Rind, die elementare Erkenntnisse zur Erregerverteilung in Rindern als Basis zur Risikoabschätzung hinsichtlich Rindfleisch brachten. Ab 2005 folgte auch der Aufbau der West-Nil-Virus-Diagnostik sowie Pathogeneseforschung am FLI. 2012 übernahm Martin Groschup die organisatorische Leitung des neuen BSL-4-Bereiches am Institut. Dabei stieß er u.a. Forschungsarbeiten zu Impfmöglichkeiten gegen das Krim-Kongo-Hämorrhagische Fiebervirus an und initiierte zahlreiche internationale Projekte mit afrikanischen Partnerinstitutionen, insbesondere zur Surveillance zoonotischer Erreger sowie zum Capacity Building vor Ort. Darüber hinaus wirkte er 2009 maßgeblich beim Aufbau der Nationalen Zoonosenplattform mit und leitete deren Geschäftsstelle Veterinärmedizin am FLI.
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