Bluttests können bei der Erkennung einer DCM beim Dobermann hilfreich sein

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Bluttests können helfen, unbemerkte Herzerkrankungen zu erkennen. Denn ein Hund kann fit wirken, obwohl sein Herz bereits erkrankt ist. Beim Dobermann etwa tritt die erblich bedingte dilatative Kardiomyopathie (DCM) besonders häufig auf.

Die DCM kann die Pumpkraft des Herzens schwächen und Herzrhythmusstörungen verursachen, bleibt aber oft lange unbemerkt. Bestimmte Blutwerte können Hinweise auf solche Veränderungen liefern, wie die LMU München mitteilt.

Doch wie zuverlässig sind Herzbluttests direkt in der Tierarztpraxis?

Dieser Frage gingen Helena Driessen, Dr. Jana Friederich und Prof. Gerhard Wess in einer aktuellen Studie nach. Das Team untersuchte 453 Blutproben von 345 Dobermännern, deren Herzgesundheit unter anderem durch Herzultraschall und ein 24-Stunden-EKG beurteilt wurde.

Mit dem Praxisgerät Vcheck V200 wurden zwei Herzmarker gemessen: NT-proBNP als Hinweis auf eine erhöhte Belastung der Herzwände und Troponin I als Hinweis auf eine Schädigung von Herzmuskelzellen. Bei den untersuchten Grenzwerten erkannten die Tests rund 77 Prozent beziehungsweise 71 Prozent der Proben aus bestätigten Erkrankungsstadien als auffällig. Die gemeinsame Auswertung beider Werte erhöhte diesen Anteil auf rund 90 Prozent, führte allerdings auch häufiger zu auffälligen Ergebnissen bei herzgesunden Hunden.

Ein zusätzlich untersuchter, empfindlicherer Troponin-Labortest des Labors Idexx zeigte insgesamt die beste diagnostische Aussagekraft – besonders in sehr frühen Erkrankungsstadien, wie das Team berichtet.

Warum diese Ergebnisse so bedeutsam sind

Bluttests können schnell Hinweise darauf geben, welche Hunde eine weiterführende Herzuntersuchung benötigen. Ein unauffälliger Wert schließt eine beginnende Erkrankung jedoch nicht sicher aus. Umgekehrt bedeutet ein erhöhter Wert allein noch keine gesicherte Diagnose.

Für Dobermannbesitzerinnen und -besitzer heißt das: Die Tests können die Herzvorsorge sinnvoll ergänzen. Herzultraschall und Langzeit-EKG bleiben jedoch unverzichtbar, um eine DCM zuverlässig abzuklären – auch wenn der Hund im Alltag gesund erscheint.