Prognosefaktor beim operierten Kleinzelligen Lungenkrebs: Präoperativ erhöhtes Lymphozyten/Monozyten-Verhältnis ist günstig

WIEN (Biermann) – Im Hinblick auf das Überleben nach chirurgisch behandeltem Kleinzelligen Lungenkarzinom (SCLC) stellt ein präoperativ erhöhtes Lymphozyten/Monozyten-Verhältnis (LMR) einen robusten prognostischen Faktor dar. Dieser sei mit einem verlängerten OS und DFS bei Patienten assoziiert, die sich wegen eines SCLC einer Operation unterziehen, berichten die Autoren einer retro­spektiven Studie.

Für diese hatte die Arbeitsgruppe um Erstautor Prof. Christian Lang von der Medizinischen Universität Wien (Österreich) Daten zu 101 wegen eines SCLC operierten Patien­ten aus 3 euro­päischen Behandlungszentren ausgewertet.

Der prognostische Nutzen des LMR sei schon bei vielen malignen Erkrankungen festgestellt worden, so auch beim nichtchirurgisch behandelten SCLC – nicht aber bei SCLC-Patienten, die sich wegen ihrer Krebserkrankung einem Eingriff unterziehen.

Für ihre Untersuchung berechneten die Forschenden das LMR aus dem letzten Bluttest vor der Operation, bestimmten optimale Cutoff-Werte für das LMR und korrelierten diese mit klinischen Daten und Überlebens-Outcomes.

Eine anatomische Lungenresektion (definiert als Lobektomie oder Pneumonektomie) erfolgte bei 76 Patienten (75,2 %). Bei 63 (62,4 %) der 101 in die Studie aufgenommenen Personen handelte es sich um Männer, das Durchschnittsalter lag bei 63 Jahren (Bereich 41–80). Ein LMR >2,50 war signifikant mit einem längeren OS (35,3 vs. 20,7 Monate; p=0,032) und DFS (25,8 vs. 18,5 Monate; p=0,011) assoziiert. Darüber hinaus identifizierte das multivariate Cox-Proportional-Hazard-Modell ein LMR >2,50 als unabhängigen prognostischen Faktor für ein längeres OS (HR 0,617; 95 %-KI 0,383–0,993; p=0,047) und DFS (HR 0,505; 95 %-KI 0,266–0,959; p=0,037). (ac)

Autoren: Lang C et al.
Korrespondenz: Balazs Dome; [email protected]
Studie: Lymphocyte-to-monocyte ratio is an independent prognostic factor in surgically treated small cell lung cancer: An international multicenter analysis
Quelle: Lung Cancer 2022;169:40–46.
doi: 10.1016/j.lungcan.2022.05.010