Prognostische Bedeutung der Obstruktiven Schlafapnoe beim Akuten Koronarsyndrom

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In einer aktuellen Arbeit unterstreichen deren Autoren, wie wichtig es ist, unter nicht adipösen Personen mit Akutem Koronarsyndrom (ACS) solche zu identifizieren, die an einer Obstruktiven Schlafapnoe (OSA) leiden. In der prospektiven Kohortenstudie mit 1920 Patienten (84,5% Männer; Durchschnittsalter 56,4 ±10,5 Jahre) hatte die Arbeitsgruppe um Erstautor Wen Hao vom National Clinical Research Center for Cardiovascular Diseases in Peking (China) untersucht, ob sich die Auswirkungen einer OSA in Bezug auf nachfolgende kardiovaskuläre Ereignisse bei ACS-Patienten nach Adipositasstatus voneinander unterscheiden.

Die Wissenschaftler nahmen in ihre Untersuchung Personen im Alter von 18–85 Jahren auf, die wegen eines ACS in ein Krankenhaus eingeliefert wurden, und unterzogen diese nach klinischer Stabilisierung einer Schlafanalyse. Darin ging man bei einem Apnoe-Hypopnoe-Index von ≥15 Ereignissen/h von einer OSA aus. Der primäre Endpunkt bestand in einem schwerwiegenden unerwünschten kardiovaskulären und zerebrovaskulären Ereignis (MACCE), einschließlich Tod aufgrund kardiovaskulärer Ursache, Krankenhausaufenthalt wegen ACS, Schlaganfall, ischämiebedingte Revaskularisation oder Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz.

Gut die Hälfte der in die Studie eingeschlossenen Patienten (n=1013 [52,8%]) litt an einer OSA und 718 (37,4%) wurden als adipös eingestuft (Body-Mass-Index ≥28 kg/m2). Während des Follow-up von 2,9 Jahren (1,5–3,6 Jahre) beobachteten die Forschenden eine signifikant höhere MACCE-Inzidenz unter adipösen im Vergleich zu nicht adipösen Patienten (HR 1,29; 95%-KI 1,06–1,58; p=0,013).

Obwohl die OSA-Prävalenz unter nicht adipösen Patienten geringer ausfiel als unter adipösen (43,9% vs. 67,5%; p<0,001), sagte eine OSA in unabhängiger Art und Weise die MACCE-Inzidenz nur bei Patienten ohne Adipositas voraus (adjustierte HR [aHR] 1,34; 95%-KI 1,03–1,75; p=0,03), jedoch nicht bei Patienten mit Adipositas (aHR 1,10; 95%-KI 0,78–1,55; p=0,58).

Die Wissenschaftler stellten laut eigener Aussage keine signifikante Wechselwirkung zwischen Adipositas und OSA fest (pInteraktion=0,35). Das mit einer OSA assoziierte erhöhte Risiko bei nicht adipösen Patienten lasse sich möglicherweise durch häufigere Krankenhauseinweisungen wegen ACS und ischämischer Revaskularisation erklären, schreiben sie.

Fazit
Bei Patienten mit ACS war eine OSA in unabhängiger Art und Weise mit einem erhöhten Risiko für nachfolgende kardiovaskuläre Ereignisse verbunden, insbesondere bei Patienten, die nicht adipös waren. (ac)

Autoren: Hao W et al.
Korrespondenz: Shaoping Nie; [email protected]
Studie: Prognostic Implications of OSA in Acute Coronary Syndrome by Obesity Status
Quelle: Chest 2023;164(1):219–230.
Web: https://doi.org/10.1016/j.chest.2023.02.001