Programm für Melanom-Patienten: Angst vor Rezidiven in den Griff bekommen

© Benjavisa Ruangvaree – Adobe Stock

Die vorliegende Studie bewertete Durchführbarkeit und Akzeptanz von achtsamkeitsbasierten Interventionen (mindfulness-based intervention, MBI) bei Patienten, die mit Melanom diagnostiziert wurden.

An der Untersuchung nahmen Patienten teil, deren Behandlung eines Melanoms des Stadiums 2c oder 3 beendet war; die Patienten rekrutierten sich aus einer Tagesklinik und wurden randomisiert entweder dem onlinebasierten MBI (Interventionsgruppe) oder der üblichen Pflege (Kontrollgruppe) zugeführt.

Das sechswöchige Interventionsprogramm bestand aus kurzen Videos, täglichen Anleitungen zur Meditation sowie per E-Mail versandten Erinnerungen/Aufforderungen zur Intervention. Die Teilnehmer wurden zu Baseline und 6 Wochen nach Randomisierung gebeten, Fragebögen zum MBI auszufüllen. Durchführbarkeit und Akzeptanz der Untersuchung selbst wurde anhand der Rekrutierungsraten, Beibehaltung der Intervention sowie durch das Feedback der Teilnehmer bewertet. Zwischen Interventions- und Kontrollgruppe wurden die klinischen sowie psychosozialen Ergebnisse unter Anwendung linearer gemischter Modelle verglichen.

An der Untersuchung nahmen 69 Patienten teil (46 in der Interventions-, 23 in der Kontrollgruppe). Das Durchschnittsalter betrug 53,4 Jahre, 54 % der Patienten waren weiblichen Geschlechts. Die Rate der Patienten, die die Studie bis zum Ende durchführten, betrug in beiden Gruppen 80 %. Die Intervention wurde von 72 % der Patienten als hilfreich bewertet. Das Interventionsprogramm reduzierte im Vergleich zur Kontrollgruppe die Angst vor einem Melanom-Rezidiv signifikant (durchschnittliche Differenz = -2,55; 95 %-Konfidenzintervall -4,43 bis -0,67). Die MBI erweist sich nach Dafürhalten der Autoren als gut durchführbare und gut angenommene Strategie zur Eindämmung von Ängsten bei Patienten, die ein hohes Rezidivrisiko aufweisen.

Die Angst vor einem Rezidiv konnte signifikant gesenkt werden und die Patienten bewerteten als sehr positiv, dass sie das Programm nach persönlichen Kräften und individueller Zeiteinteilung durchführen konnten. (am)

Teilen:
Quellen https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00520-018-4574-6Support Care Cancer 2019 Jul;27(7):2735–2746.