Programmed Death-Ligand 2 beim chirurgisch resezierten Lungenadenokarzinom: Expressionsstatus ist nicht mit Überlebens-Outcomes assoziiert

TOKIO (Biermann) – Während das Oberflächenprotein Programmed Death-Ligand 1 (PD-L1) als prädiktiver Biomarker für das Ansprechen auf Immuntherapien, die auf das Transmembranprotein Programmed Death 1 (PD-1) und PD-L1 beim Lungenadenokarzinom (LUAD) abzielen, etabliert ist, besteht noch Unklarheit über die klinische Relevanz der Expression von Programmed Death-Ligand 2 (PD-L2).

Eine Arbeitsgruppe um Erstautor Prof. Kazuya Takamochi von der Juntendo University School of Medicine in Tokio (Japan) führte daher eine immunhistochemische Untersuchung bezüglich des PD-L2-Expressionsstatus an 980 chirurgisch resezierten LUAD-Proben durch. Dabei wurde der PD-L2-­Expressionsstatus basierend auf dem Tumor Proportion Scores (TPS) als negativ (<1 %), schwach positiv (1–49 %) oder stark positiv (≥50 %) klassifiziert. Korrelationen zwischen dem PD-L2- und PD-L1-Expres­sionsstatus, klinisch-pathologischen Merkmalen, Mutationen des treibenden Onkogens (EGFR, KRAS, ALK, ROS1 und RET) und der Prognose wurden ebenfalls analysiert.

Die PD-L2-Expression war bei 720 (73 %) negativ, bei 190 (19 %) schwach positiv und bei 70 (7 %) stark positiv. Die Übereinstimmungsrate zwischen PD-L1- und PD-L2-Expression betrug 60 %.

Männliches Geschlecht, Tabakkonsum, Tumore mit einer Größe >3 cm, hochgradige Tumore, Tumore ohne EGFR-Mutation oder ALK-Fusion sowie Tumore mit KRAS-Mutation stellten die Studienautoren häufiger bei Patienten mit PD-L2-­positiven Tumoren (TPS ≥1 %) fest als bei solchen mit PD-L2-negativen Tumoren (TPS <1 %).

Die PD-L2-Expression war nicht mit dem OS oder dem RFS assoziiert. Eine positive PD-L2-Expression war jedoch tendenziell mit einem besseren OS/RFS bei PD-L1-positiven Patienten und einem schlechteren OS/RFS bei PD-L1-negativen Patienten verbunden. (ac)

Autoren: Takamochi K et al.
Korrespondenz: Kazuya Takamochi; [email protected]
Studie: Clinical relevance of PD-L2 expression in surgically resected lung adenocarcinoma
Quelle: Lung Cancer 2022;168:50–58.
doi: 10.1016/j.lungcan.2022.04.011