Progressive Supranukleäre Blickparese: Neue Biomarker sollen Diagnostik verbessern

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Ein interdisziplinäres Projekt erhält eine Forschungsförderung für die Weiterentwicklung neuer Biomarker zur besseren Erfassung der Progressiven Supranukleären Blickparese.

Ein interdisziplinäres Forschungsteam der LMU unter Leitung von Günter Höglinger, Professor für Neurologie und Direktor der Neurologischen Klinik am LMU-Klinikum, erhält einen CurePSP Biomarker Accelerator Award in Höhe von rund 500.000 US-Dollar. In dem dreijährigen Projekt sollen neue Biomarker für die Progressive Supranukleäre Blickparese (PSP) weiterentwickelt und validiert werden. Ziel ist es, die Erkrankung künftig biologisch präziser zu erfassen und neue Möglichkeiten für Diagnostik und klinische Studien zu schaffen.

PSP ist eine seltene neurodegenerative Erkrankung aus der Gruppe der atypischen Parkinson-Syndrome. Insbesondere in frühen Krankheitsstadien kann die Diagnose schwierig sein, da sich Symptome mit anderen neurodegenerativen Erkrankungen überschneiden. Bislang steht kein definitiver diagnostischer Biomarker für PSP zur Verfügung. Dies erschwert sowohl die frühe diagnostische Einordnung als auch die gezielte Auswahl biologisch möglichst einheitlicher Patientengruppen für Therapiestudien.

Molekulare Biomarker und PET-Bildgebung machen Veränderungen im Gehirn sichtbar

Das geförderte Projekt kombiniert molekulare Biomarker aus Blut und Nervenwasser mit hochspezialisierter PET-Bildgebung. Im Mittelpunkt stehen sogenannte extrazelluläre Vesikel (EVs) – kleine, von Zellen freigesetzte Partikel, die Eiweiße und RNA und DNA transportieren. Mithilfe an der LMU etablierter Verfahren können EV-Populationen untersucht werden, die mit unterschiedlichen Zelltypen des Nervensystems assoziiert sind. Ihre molekulare Zusammensetzung soll Hinweise auf krankheitsbedingte Veränderungen im Gehirn liefern.

Diese molekularen Signaturen werden auf Ebene einzelner Patientinnen und Patienten mit PET-Verfahren verglichen, die unterschiedliche Aspekte der Krankheitsbiologie erfassen. Untersucht werden soll insbesondere, ob sich Informationen aus der spezialisierten Bildgebung in robusten und leichter zugänglichen Biomarkern aus Blut oder Liquor widerspiegeln. Vielversprechende Biomarker-Signaturen sollen anschließend in einer unabhängigen Patientenkohorte validiert werden.

Diagnose und Verlauf von PSP präziser erfassen

Langfristig könnte ein solcher multimodaler Biomarker-Ansatz dazu beitragen, PSP biologisch präziser zu diagnostizieren und Patientinnen und Patienten für klinische Studien besser zu stratifizieren. Gleichzeitig könnten möglicherweise auch Krankheitsverlauf oder Therapieeffekte objektiver erfasst werden. Das Projekt baut dabei auf bereits vorhandenen Patientenkohorten, Bioproben, PET-Daten und umfangreichen methodischen Vorarbeiten auf. Im interdisziplinären Forschungsteam sollen Kompetenzen aus Neurologie, Nuklearmedizin, Bildanalyse, extrazellulärer Vesikelbiologie, Omics-Technologien und Bioinformatik gebündelt werden.