Projekt sucht neue Medikamente für das Blasenkarzinom24. November 2020 Grafik: ©freshidea – stock.adobe.com Ein neues EU-Projekt an der Abteilung für Experimentelle Urologie an der Universitätsklinik für Urologie in Innsbruck (Österreich) soll zu Verbesserungen der individuellen Behandlung von Harnblasenkrebs führen, vor allem im metastasierten Stadium. Bei der Behandlung im metastasierten Stadium wird meist auf Chemotherapie oder Immuntherapie gesetzt. Ein Innsbrucker Forschungsteam unter der Leitung von Zoran Culig und Renate Pichler von der Abteilung für Experimentelle Urologie untersucht gemeinsam mit Teams von der Universität Luxembourg und dem deutschen Unternehmen Mosaiques Möglichkeiten, die Behandlung dieser Krebsart zu personalisieren. Risikofaktoren Als Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Harnblasenkrebs ist an erster Stelle das Rauchen zu nennen. Dieses ist für etwa die Hälfte aller Karzinomfälle verantwortlich: Der Harnblasenkrebs gilt nach Lungenkrebs als die zweithäufigste Krebserkrankung bei RaucherInnen. Neben einer berufsbedingten Exposition mit bestimmten Chemikalien in der Öl-, Leder- und Farbindustrie kann das Blasenkarzinom auch als Sekundärtumor als Spätfolge nach Bestrahlungen mit einer Latenzzeit von zehn bis 30 Jahren entstehen. Bei circa 75 Prozent aller Erstdiagnosen handelt es sich um nicht invasive Tumoren, die organerhaltend therapiert werden können. Allerdings metastasieren 50 Prozent aller lokal begrenzten invasiven Tumoren im Laufe der Zeit trotz radikaler Operation. Im metastasierten Zustand ist die Prognose sehr schlecht mit einem medianen Überleben von drei bis sechs Monaten ohne weitere Therapie. Eine platinhaltige Chemotherapie beziehungsweise eine Immuntherapie sind der derzeitige Therapie-Standard in diesem Stadium. Hier setzt das von der Europäischen Union und der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) geförderte, internationale Forschungsprojekt ReDIRECt (=moleculaR-based, Data-driven drug REpurposing for bladder Cancer) an. Personalisierte Behandlung „Wir untersuchen, welche Krebs-Gene im Gewebe von Patientinnen und Patienten überexprimiert sind. Diese Onkogene sind mögliche Ziele für die Therapien mit Medikamenten, die derzeit entwickelt beziehungsweise spezifisch eingesetzt werden können“, erklärt Pichler das Vorhaben. Infrage kommende Medikamente werden in Zellkulturen getestet und in weiterer Folge sollen auch In-vivo-Studien durchgeführt werden. Dadurch erwarten sich die beiden Projektleiter die Verbesserung der Lebensqualität und besseres Überleben bei fortgeschrittenem Harnblasenkrebs. (Medizinische Universität Innsbruck / ms)
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