Prostatakrebs-Biomarker: Empfehlung mit Einschränkung11. August 2020 Grafik: © SciePro/Adobe Stock Eine neue Leitlinie der American Society of Clinical Oncology (ASCO) gibt Empfehlungen zum Umgang mit kommerziell verfügbaren gewebebasierten Prostatakrebs-Biomarkern. Sie ist kürzlich im „Journal of Clinical Oncology“ erschienen. Nach Einschätzung der Fachgesellschaft können die Biomarker die Risikostratifizierung verbessern, wenn sie zu den klinischen Standardparametern hinzugefügt werden. Das Expertengremium befürwortet jedoch ihre Verwendung nur in Situationen, in denen die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass die Testergebnisse im Verbund mit Routinefaktoren eine klinische Entscheidung beeinflussen. Diese Tests werden für die routinemäßige Anwendung nicht empfohlen, da sie nicht prospektiv getestet wurden oder nachweislich die langfristigen Ergebnisse verbesserten, zum Beispiel Lebensqualität, Behandlungsbedarf oder Überleben. Um zu einer Beurteilung zu kommen, führte ein multidisziplinäres ASCO-Expertengremium mit Vertretern der European Association of Urology, der American Urological Association und des College of American Pathologists zwischen Januar 2013 und Januar 2019 eine systematische Literaturrecherche zu Biomarker-Studien über lokalisierten Prostatakrebs durch. Die molekularen Biomarker wurden hinsichtlich ihrer Prognosefähigkeit und ihres Potenzials zur Verbesserung von Therapieentscheidungen bewertet. Nur zu wenigen Biomarkern waren Tests mit mehreren Kohorten unterzogen worden, und nur fünf dieser Tests sind derzeit im Handel erhältlich: Oncotype Dx Prostate, Prolaris, Decipher, Decipher PORTOS und ProMark. Zwar wurde gezeigt für mehrere Biomarker gezeigt, dass sie die Risikostratifizierung verfeinern und für ausgewählte Männer in Betracht gezogen werden können. Es gibt jedoch nur wenige prospektive Studien, in denen kurz- und langfristige Ergebnisse von Patienten bewertet werden, wenn diese Marker in die klinische Entscheidungsfindung integriert werden. (ms)
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