Prostatakrebs-Screening entdeckt klinisch relevante Tumoren bei Trägern von BRCA1/BRCA2-Keimbahnvarianten28. August 2026 Träger von BRCA1/BRCA2-Keimbahnvarianten haben ein höheres Risiko für klinisch relevanten Prostatakrebs. Grafik: Pepermpron – stock.adobe.com Mittels gezieltem Screening auf Prostatakrebs (PCa) bei Trägern pathogener Keimbahnvarianten (PGV) in den Genen BRCA1 oder BRCA2 lassen sich klinisch relevante Tumoren entdecken. Dies zeigen die Fünf-Jahres-Ergebnisse der multizentrischen IMPACT-Studie. Zwischen 2005 und 2015 wurden 3063 Teilnehmer im Alter von 40 bis 69 Jahren (Median 54 Jahre) an 65 Zentren in 20 Ländern rekrutiert und in 2 Kohorten eingeteilt: 1. Träger von BRCA1/BRCA2-PGV (915 BRCA1, 901 BRCA2) und 2. Männer ohne PGV (727 BRCA1 und 520 BRCA2), die in Bezug auf das Lebensalter denen aus Gruppe 1 entsprachen. Alle unterzogen sich einem jährlichen PSA-Test, wobei ein PSA-Wert >3,0 ng/ml als Indikation für eine Prostatabiopsie diente. Das Ziel der Wissenschaftler um Erstautorin Elizabeth K. Bancroft vom Londoner Institute of Cancer Research in London (Vereinigtes Königreich) war es, Unterschiede in Abhängigkeit vom PGV-Status zu identifizieren: zum einen hinsichtlich der Inzidenz von PCa und klinisch signifikantem PCa (csPC; Gleason-Grad-Gruppe ≥2), zum anderen hinsichtlich des Tumorstadiums und der Tumoreigenschaften nach 5 Screening-Runden. Höhere Inzidenz für klinisch signifikanten Krebs Es zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied in der PCa-Inzidenz zwischen BRCA1/BRCA2-PGV-Trägern und Männern ohne diese PGV. Jedoch war die Inzidenz von csPC bei BRCA2-PGV-Trägern signifikant höher als bei Nicht-Trägern (3,1 % vs. 1,3 %; p = 0,04). Unter den Männern mit PCa war der Anteil an Tumoren mit einem Risiko, das nach den Kriterien des National Comprehensive Cancer Network (NCCN) als intermediär-ungünstig (IR-U) oder hoch (HR) eingestuft wurde, in den BRCA1/BRCA2-PGV-Gruppen höher als in der jeweiligen Vergleichsgruppe ohne PGV (BRCA2: 65 % vs. 32 %, p = 0,029; BRCA1: 56 % vs. 18 %, p = 0,0017). Es traten keine T4-Tumoren oder metastasierten PCa-Fälle auf. Die pathologische Untersuchung nach radikaler Prostatektomie ergab ein Tumor-Upgrading bei 7 von 23 (26 %) BRCA1-PGV-Trägern und 10 von 34 (26 %) BRCA2-PGV-Trägern, während bei Männern ohne PGV kein Tumor-Upgrading beobachtet wurde. „Erstmals bestätigen wir, dass PSA-Screening bei BRCA1-PGV-Trägern zu einer Früherkennung von NCCN-IR-U/HR-Prostatakrebs führt“, fassen die Autoren zusammen. „Systematisches PSA-Screening wird für BRCA2-PGV-Träger empfohlen und sollte auch für BRCA1-PGV-Träger in Betracht gezogen werden.“ (ms/BIERMANN) Digital-rektale Untersuchung für Risikostratifizierung bei Prostatakrebs weiterhin wichtig Prostatakrebs: Forschst du noch oder screenst du schon?
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