Digital-rektale Untersuchung für Risikostratifizierung bei Prostatakrebs weiterhin wichtig4. August 2026 Bei Männern unbeliebt, aber richtig angewendet durchaus sinnvoll: die digital-rektale Untersuchung der Prostata. Grafik: Tyler – stock.adobe.com Trotz des Aufkommens fortschrittlicher bildgebender Verfahren bleibt die digital-rektale Untersuchung (DRU) ein wertvolles ergänzendes Instrument zur Identifizierung von Hochrisiko- und fortgeschrittenem Prostatakarzinom. Zu diesem Schluss kommen türkische Urologen in einer retrospektiven Analyse. Anil Eker vom städtischen Krankenhaus in Izmir und Kollegen wollten den diagnostischen Stellenwert der DRU im Kontext der multiparametrischen Magnetresonanztomographie (mpMRT) und der Positronenemissions-/Computertomographie mit Radiotracern, die auf das Prostataspezifische Antigen gerichtet sind (PSMA-PET/CT), neu bewerten. Dazu untersuchten sie die Daten von 164 Patienten, bei denen mittels transrektaler ultraschallgesteuerter Biopsie ein Prostataadenokarzinom diagnostiziert worden war. Alle Patienten unterzogen sich vor der Biopsie einer DRU; zudem erhielten 151 Patienten eine mpMRT, während bei 62 Patienten eine PSMA-PET/CT durchgeführt wurde. Eker und Kollegen dokumentierten die Befunde der mpMRT unter Verwendung des Prostate Imaging Reporting and Data System (PI-RADS) der Version 2.1 und erfassten aus den PET/CT-Befunden die maximalen standardisierten Aufnahmewerte (maximum standardized uptake value (SUVmax). 156 Patienten unterzogen sich in der Folge einer radikalen Prostatektomie. Zur Beurteilung des Zusammenhangs zwischen den DRU-Befunden und den bildgebenden Parametern, den Biopsieergebnissen sowie dem pathologischen Staging nutzten die Wissenschaftler multivariate statistische Verfahren und Analysen von Grenzwertoptimierungskurven (Receiver Operator Characteristic, ROC). Signifikante Korrelationen Die Befunde der DRU wurden bei 100 Patienten als gutartig und bei 64 Patienten als malignitätsverdächtig eingestuft. Ein verdächtiger DRU-Befund korrelierte signifikant mit höheren PI-RADS-Scores, einer größeren Läsionsausdehnung, erhöhten SUVmax-Werten sowie dem Vorliegen eines klinisch signifikanten Prostatakarzinoms (p<0,001 für alle Parameter). Jeder Anstieg des PI-RADS-Scores um einen Punkt war mit einer Verdoppelung der Wahrscheinlichkeit für einen positiven DRU-Befund assoziiert. ROC-Analysen ergaben eine Läsionsgröße von 13,5 mm sowie einen SUVmax-Wert von 15,1 als prädiktive Schwellenwerte für einen positiven DRU-Befund. Ein verdächtiger DRU-Befund korrelierte zudem mit einem fortgeschrittenen pathologischen Stadium (≥ pT3; p < 0,001). „Bei der Interpretation im Kontext der Befunde aus mpMRT und PSMA-PET/CT liefert die DRU zusätzliche klinische Erkenntnisse“, urteilen Eker und Kollegen. „Dies untermauert ihre weiterhin bestehende Rolle im Rahmen der Risikostratifizierung – und nicht des Screenings – innerhalb des modernen diagnostischen Workflows.“ (ms) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Prostatakrebs: STAMPEDE-Analyse zeigt Einfluss von Metastasierungsvolumen und Nodalstatus Ferroptose beim Prostatakarzinom: Genetische Marker sagen Ansprechen voraus
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