Embolisation bei schwerem Nierentrauma mit besseren klinischen Ergebnissen verbunden6. Oktober 2026 Bild: MheeP/stock.adobe.com Im Vergleich zu einer Nephrektomie kann eine Embolisation bei zunächst hämodynamisch stabilen Traumapatienten mit schweren Nierenverletzungen das Risiko für eine akute Nierenschädigung und die Krankenhaussterblichkeit deutlich senken. Das geht aus einer aktuellen US-Studie hervor. Für ihre Untersuchung analysierten die Forschenden der University of Miami Miller School of Medicine (USA) 849 Fälle von Nierenverletzungen des Schweregrades III bis V nach der Klassifikation der American Association for the Surgery of Trauma (AAST). Die Fälle waren zwischen 2017 und 2022 im nationalen Traumaregister des American College of Surgeons-Trauma Quality Improvement Program (ACS-TQIP) dokumentiert. Die Ergebnisse der Studie sind im „Journal of Vascular and Interventional Radiology (JVIR)“ veröffentlicht. Höheres Risiko für akute Nierenschäden und Mortalität Von den untersuchten Patientinnen und Patienten unterzogen sich 380 (44,8 %) einer Nephrektomie, während bei 469 (55,2 %) eine Embolisation durchgeführt wurde. Im Vergleich zur Embolisation war eine Nephrektomie mit einer deutlich höheren Krankenhaussterblichkeit verbunden: 17,1 Prozent gegenüber 4,9 Prozent. Auch das Risiko für eine akute Nierenschädigung (AKI) war nach einer Nephrektomie höher (14,7 % vs. 4,1 %). Auch weitere Komplikationen häufiger nach Nephrektomie Darüber hinaus zeigte sich nach einer Nephrektomie eine signifikant höhere Rate weiterer schwerwiegender Komplikationen. Dazu gehörten: Herzstillstand mit kardiopulmonaler Reanimation: 8,5 % vs. 2,3 % ungeplante erneute Operation: 12,1 % vs. 4,0 % schwere Sepsis: 2,6 % vs. 0,9 % Myokardinfarkt: 1,0 % vs. 0,0 % tiefe Infektionen der Operationswunde: 1,5 % vs. 0,2 % oberflächliche Infektionen der Operationsinzision: 1,6 % vs. 0,2 % „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Embolisation bei dieser Patientengruppe sowohl kurz- als auch langfristig sicher, wirksam und mit besseren Behandlungsergebnissen verbunden ist als eine Nephrektomie“, sagt Dr. Waseem Wahood, Erstautor der Studie und Assistenzarzt für interventionelle Radiologie an der University of Miami Miller School of Medicine. Organerhalt als Ziel der initialen Therapie Verletzungen des Urogenitaltrakts treten bei etwa zehn Prozent aller Traumafälle auf. Die Niere ist dabei das am häufigsten betroffene Organ des Urogenitaltrakts. Neben verlängerten Krankenhausaufenthalten und einer erhöhten Krankenhaussterblichkeit kann eine akute Nierenschädigung nach einem Trauma langfristige Folgen haben. Ein beträchtlicher Anteil der Betroffenen entwickelt im weiteren Verlauf eine chronische Nierenerkrankung. Diese ist wiederum mit einer erhöhten kardiovaskulären Morbidität und einem gesteigerten Risiko für eine terminale Niereninsuffizienz verbunden. Durch die Verringerung des Risikos einer AKI könnte die Embolisation dazu beitragen, eine Chronifizierung zu vermeiden, so Wahood. Er fügt hinzu: „Obwohl weitere prospektive Studien erforderlich sind, um diese Ergebnisse zu bestätigen, zeigt unsere erste Analyse, dass bei zunächst stabilen Patientinnen und Patienten mit schwerem Nierentrauma eine nierenerhaltende Strategie mittels Embolisation bei der initialen Behandlung in Betracht gezogen werden sollte.“ (mkl/BIERMANN)
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