Prostatakrebs: STAMPEDE-Analyse zeigt Einfluss von Metastasierungsvolumen und Nodalstatus22. Juli 2026 In den Studien der STAMPEDE-Plattform (engl. stampede – Ansturm, Massenflucht) wurden verschiedene Modalitäten der Hormontherapie bei metastasiertem Prostatakrebs und bei nicht metastasiertem Prostatakrebs mit sehr hohem Risiko überprüft. Foto (KI-generiert): ratirath – stock.adobe.com Eine Post-hoc-Analyse von fünf Studien der STAMPEDE-Plattform (Systemic Therapy in Advancing or Metastatic Prostate Cancer: Evaluation of Drug Efficacy) zeigt, wie verschiedene PSA-Nadir-Werte während der Behandlung mit dem Gesamtüberleben zusammenhängen. Die Konzentration des Prostataspezifischen Antigens (PSA) im Serum sinkt infolge einer Hormontherapie bei Prostatakrebs. Dabei dient der Nadir als potenziell nützlicher prognostischer Biomarker. Doch wie hängen die PSA-Nadirwerte mit dem Überleben zusammen, stratifiziert nach dem prätherapeutischen Metastasierungsvolumen bzw. bei nicht metastasiertem Prostatakrebs nach dem Lymphknotenstatus? Dieser Frage gingen Wissenschaftler um Dr. Mahaz Kayani vom University College London (Vereinigtes Königreich) in einer Post-hoc-Analyse von Daten aus 5 Phase-III-Studien nach. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass das Metastasierungsvolumen und der Lymphknotenstatus die Überlebensraten beeinflussen, die mit den Kategorien des PSA-Serumwertes unter der Behandlung assoziiert sind, auch bei nicht nachweisbarem PSA. Radiologische Merkmale und Serum-PSA-Wert könnten kombiniert werden, um die Überlebensprognose zu verbessern, regen sie an. Der PSA-Wert in Woche 24 habe die stärksten Zusammenhänge mit dem Gesamtüberleben (OS) gezeigt, wobei eine PSA-Konzentration von 0,2 ng/ml oder weniger zu jedem Zeitpunkt eine günstige Prognose vorhergesagt habe. STAMPEDE-Studien testeten fünf Therapieregime Im Rahmen der Studien der STAMPEDE-Plattform wurden Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom oder aber nicht metastasierten Prostatakrebs mit sehr hohem Risiko in 5 randomisierte, kontrollierte Phase-III-Studien an 126 Krankenhäusern oder onkologischen Zentren in der Schweiz und dem Vereinigten Königreich aufgenommen. Diese Studienteilnehmer wurden randomisiert für die Standardtherapie (Androgenentzugstherapie [ADT] allein oder ADT plus Docetaxel) oder eine von 5 experimentellen Behandlungsgruppen: ADT plus Docetaxel mit oder ohne Zoledronsäure, ADT plus Abirateronacetat mit oder ohne Enzalutamid oder ADT plus Prostata-Bestrahlung (nur Patienten mit metastasierter Erkrankung). Anhand der Studiendaten dieser Teilnehmer führten Kayani et al. Landmark-Analysen durch, um den Zusammenhang zwischen dem PSA-Wert 6, 12 und 24 Wochen nach der Randomisierung und dem OS zu untersuchen. In die jeweilige Landmark-Analyse schlossen sie nur Patienten ein, für die ein PSA-Wert vorlag. Anhand der Kaplan-Meier-Methode schätzten sie die OS-Raten nach 96 Monaten und die entsprechenden 95%-Konfidenzintervalle (KI) für Patienten ab, die entweder nach Metastasierungsvolumen oder Lymphknotenstatus kategorisiert wurden. Post-hoc-Analyse mit mehr als 7000 Patienten In die aktuelle Post-hoc-Analyse gingen 7129 Patienten der STAMPEDE-Plattform ein, die im Zeitraum vom 05.10.2005 bis zum 02.09.2016 aufgenommen worden waren. Davon hatten 4438 bereits Metastasen entwickelt und bei 2691 lag eine nicht metastasierte Erkrankung mit sehr hohem Risiko vor. Von den Patienten mit Metastasen und volumetrischer Beurteilung wiesen 2211 von 3956 (55,9%) ein hohes Metastasierungsvolumen auf und von jenen ohne Metastasen waren 1033 (38,4%) nodal positiv. Der PSA-Wert lag nach 6 bzw. 12 Wochen seltener als nach 24 Wochen bei maximal 0,2 ng/ml, war aber zu beiden Zeitpunkten mit vergleichbaren Überlebensraten assoziiert. Die Überlebensraten der PSA-Subkategorien (≤0,2 ng/ml, >0,2–1,0 ng/ml, >1,0 –3,0 ng/ml und >3,0 ng/ml) unterschieden sich je nach Metastasierungsvolumen oder – bei Patienten ohne Metastasen – je nach Lymphknotenstatus. Längstes Überleben unter Abirateron Das längste Überleben machten die Autoren bei jenen Patienten aus, die Abirateron mit oder ohne Enzalutamid erhielten. Bei Patienten mit metastasierter Erkrankung in der Abirateron-Gruppe (mit oder ohne Enzalutamid), deren PSA-Wert nach 24 Wochen maximal bei 0,2 ng/ml lag, war das 96-Monats-OS bei Patienten mit geringem Metastasierungsvolumen (64,1%; 95%-KI 57,8–69,8) höher als bei solchen mit hohem Metastasierungsvolumen (44,6%; 95%-KI 37,1–51,9), aber niedriger als bei Patienten mit nicht metastasierter, nodal positiver Erkrankung (79,4%; 95%-KI 73,8–83,9]). Das höchste 96-Monats-OS wurde bei Patienten mit nicht metastasierter nodal negativer Erkrankung beobachtet (82,8%; 95%-KI 78,7–86,1). (sf/ms/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Ferroptose beim Prostatakarzinom: Genetische Marker sagen Ansprechen voraus Prostatakrebs: Namensänderung könnte Tausende Leben retten
Mehr erfahren zu: "Mpox weitet sich in Berlin auf weitere Personengruppen aus" Mpox weitet sich in Berlin auf weitere Personengruppen aus Bislang betraf Mpox vor allem Männer, die Sex mit Männern haben. Neue Zahlen aus Berlin weisen darauf hin, dass Übertragungen zunehmend auch bei sexuellen Kontakten zwischen Männern und Frauen auftreten.
Mehr erfahren zu: "Ärztepräsident: Ausländische Ärzte werden dringend gebraucht" Ärztepräsident: Ausländische Ärzte werden dringend gebraucht Ausländische Ärzte sind für Deutschland unverzichtbar, sagt Ärztepräsident Reinhardt. Und er stellt sich damit gegen Forderungen der AfD.
Mehr erfahren zu: "Hoffnungsträger im Kampf gegen Krebs" Hoffnungsträger im Kampf gegen Krebs Bei der Suche nach neuen Therapieansätzen, die in das unkontrollierte Wachstum der Tumorzellen eingreifen, rückte eine Klasse von Enzymen, die Cyclin-abhängigen Kinasen (CDKs), in den Blickpunkt. Denn diese Enzymfamilie spielt […]