Protein schützt Niere vor Schäden durch Krebstherapie10. Februar 2021 Bild: © alexlmx 2018 – stock.adobe.com Dr. Kerstin Brinkmann, ehemalige Stipendiatin des Mildred-Scheel-Postdoktorandenprogramms der Deutschen Krebshilfe, hat die Ergebnisse ihrer Arbeiten im “EMBO Journal“ veröffentlicht. In Laborversuchen konnte Brinkmann zeigen, dass das Protein BCL-XL die Nieren vor Schädigungen durch eine Krebstherapie schützt. Mit ihrem Career Development Programm fördert die Deutsche Krebshilfe den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Onkologie. Dazu zählt auch das Mildred-Scheel-Postdoktorandenprogramm, an dem die Biologin Brinkmann von 2015 bis 2017 teilgenommen hat. Bis heute forscht sie am „The Walter and Eliza Hall Institute of Medical Research“ (WEHI) in Melbourne, Australien, an Überlebensstrategien von Tumorzellen. Nun hat sie Ergebnisse ihrer Arbeiten zum Protein BCL-XL veröffentlicht.Einfluss von BCL-XL auf die Niere „Wir wussten bereits, dass BCL-XL in bestimmten Blutzellen ein überlebenswichtiger Faktor ist“, erläutert Brinkmann. Um den Stellenwert von BCL-XL in anderen Zelltypen zu untersuchen, hat die Wissenschaftlerin das Protein in einem Labormodell ausgeschaltet: Mit Hilfe genetischer Methoden sorgte sie dafür, dass die Zellen kein funktionsfähiges BCL-XL mehr bilden. Anschließend erfolgte eine Bestrahlung oder eine Behandlung mit chemischen Substanzen. „Dies hatte fatale Auswirkungen auf die Nierenzellen. Wir schließen daraus, dass BCL-XL einen schützenden Effekt auf diese Zellen hat“, so Brinkmann. „Da viele Krebstherapien die Nieren schädigen, könnten unsere Ergebnisse perspektivisch zu neuen Ansätzen im Umgang mit diesen Nebenwirkungen führen.“BCL-XL als Ziel für Krebstherapien? Hohe Konzentrationen von BCL-XL kommen zudem auch in einigen Tumorzellarten vor und fördern damit deren Überleben. Ist das Protein damit trotz der Schutzwirkung auf die Nieren ebenfalls ein potenzielles Ziel für Krebstherapien? Möglicherweise schon, denn es macht einen Unterschied, ob BCL-XL ganz ausgeschaltet oder nur gehemmt wird. Im ersten Fall bilden die Zellen das Protein gar nicht, wodurch die Nieren schwer geschädigt werden. Bei einer Hemmung bleibt die Nierenfunktion hingegen erhalten. „Es könnten zukünftig also durchaus BCL-XL-Hemmstoffe entwickelt werden, die gegen den Krebs wirken und gleichzeitig für die Patienten sicher sind“, schließt Brinkmann.Nachwuchsförderung von der Promotion bis zur Professur „Eine erfolgreiche Krebsforschung ist langfristig nur möglich, wenn wir auch den wissenschaftlichen Nachwuchs im Blick haben und fördern. Die wissenschaftliche Nachwuchsförderung ist uns daher ein wichtiges Anliegen“, sagt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Im Rahmen unseres ‚Career Development Program‘ unterstützen wir seit vielen Jahren Nachwuchswissenschaftler auf den unterschiedlichen Stufen ihrer Karriere.“Das Mildred-Scheel-Postdoktorandenprogramm ermöglicht es jungen Medizinern und Naturwissenschaftlern, Projekte auf dem Gebiet der kliniknahen Grundlagenforschung oder der klinischen Krebsforschung an renommierten Institutionen im Ausland durchzuführen.Projektnummer: 70111754Publikation: https://www.embopress.org/doi/abs/10.15252/embj.2020105561
Mehr erfahren zu: "Boehringer Ingelheim stoppt Investitionen in Deutschland" Boehringer Ingelheim stoppt Investitionen in Deutschland 900 Millionen Euro, die eigentlich für hiesige Standorte des Pharma-Konzerns Boehringer Ingelheim vorgesehen waren, werden nun in anderen Weltregionen investiert. Der Unternehmenschef wählt klare Worte.
Mehr erfahren zu: "ASCO 2026: R-CHOP plus Immuntherapie verzögert Progression aggressiver B-Zell-Lymphome" Weiterlesen nach Anmeldung ASCO 2026: R-CHOP plus Immuntherapie verzögert Progression aggressiver B-Zell-Lymphome Die Ergebnisse der Phase-III-Studie frontMIND zeigen, dass die Ergänzung des R-CHOP-Regimes mit Tafasitamab und Lenalidomid in der Erstlinie die Progression bei Patienten mit aggressivem Diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) oder hochgradigem […]
Mehr erfahren zu: "ASCO 2026: Zusatz von STRIDE mit/ohne Lenvatinib zur TACE bei Leberkrebs sinnvoll" Weiterlesen nach Anmeldung ASCO 2026: Zusatz von STRIDE mit/ohne Lenvatinib zur TACE bei Leberkrebs sinnvoll Bei nicht resektablen Hepatozellulären Karzinomen (HCC), die mittels transarterieller Chemoembolisation (TACE) behandelt werden können, lässt sich das Tumorwachstum mit dem STRIDE*-Regime mit oder ohne Lenvatinib verlangsamen und möglicherweise das Überleben […]