Proteomisches Profil der Haut bei Atopischer Dermatitis: Zahlreiche inflammatorische Signaturen

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Die mittelschwere bis schwere Atopische Dermatitis (AD) wird zunehmend als systemische Erkrankung eingeordnet, was in erster Linie blutbasierten Proteomstudien zu verdanken ist. Gegenwärtig, so die Autoren der vorliegenden Studie, werden wachsende Bemühungen verzeichnet, um auf diesem Wege Biomarker für AD aufzuspüren.

Ziel der Studie von Dermatologen der Mount Sinai Klinik ist die Bezeichnung der proteomischen Signatur von AD betroffener Haut sowie deren Verhältnis mit dem Plasmaproteom und dem genomischen Hautprofil bei ein und derselben Person. Dazu untersuchten sie Proben aus läsionalen und nicht läsionalen Biopsien und Blutproben von 20 Individuen mit mittelschwerer bis schwerer AD sowie 28 gesunden Kontrollprobanden. Die Untersuchungen erfolgten anhand von 10 μg/10 μl Haut/Blut mittels des Verfahrens von „Olink Proteomics“ und einer RNA-Sequenzierung der Hautproben.

Das Proteom aus von AD betroffener Haut zeigte im Vergleich zu den Proben der gesunden Probanden sowohl in läsionaler als auch in nicht läsionaler Haut eine signifikante Hochregulierung von inflammatorischen Markern (Matrix-Metalloprotease 12; T-Helferzellen 2/Interleukin[IL]-1 receptor-like 1[IL1RL1]/IL-33R, IL-13, Chemokin-Ligand [CCL] 17; Th1/C-X-C Motiv-Chemokin 10; Th17/Th22/PI3, CCL20, S100A12) und von kardiovaskulär-assoziierten Proteinen (E-Selektin, Matrix-Metalloproteasen, Blutplättchenwachstumsfaktor, Myeloperoxidase, Fettsäure-bindendes Protein 4, vaskulärer endothe­lialer Wachstumsfaktor A; Falsch-negativ-Rate < 0,05).

Die Hautproteine wiesen (im Vergleich zu den Kontrollen) ebenso eine sehr viel stärkere und signifikante Hochregulierung auf als dies bei den Blutproben der Fall war, woraus die Autoren den Schluss ziehen, dass das inflammatorische/kardiovaskuläre Profil von der Haut abhängig ist. Gen- und Protein­exprimierung korrelierten mit den üblicherweise hochregulierten inflammatorischen und kardiovaskulären Produkten, was auf eine Protein-Translation schließen lässt. Die Aussagekraft der Untersuchung ist durch die Limitierung auf 354 Proteine eingeschränkt.

Fazit: Das Proteom von AD-betroffener Haut weist eine inflammatorische und kardiovaskuläre Signatur in läsionaler und nicht läsionaler Haut auf, wodurch die Notwendigkeit der Entwicklung einer proaktiven Behandlung deutlich gemacht wird. (am)

Studie: The proteomic skin profile of moderate-to-severe atopic dermatitis patients shows an inflammatory signature