Protonenpumpeninhibitoren bei nicht erosiver Refluxkrankheit11. Februar 2019 © Viacheslav Iakobchuk – fotolia.com Ein echtes Nichtansprechen bei Patienten mit Symptomen einer gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) im Rahmen einer Sekundärversorgung kommt seltener vor als bislang berichtet wurde. Nach sorgfältiger Anamnese und optimaler Dosierung von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) kamen die Autoren einer neuen Studie auf eine Rate von nur 20 %. Von einer echten nicht erosiven Refluxkrankheit (NERD) sei nur 1/3 aller Patienten betroffen, das auf PPI nicht anspreche, schreiben sie. Die Wissenschaftler waren davon ausgegangen, dass es noch keine genauen Angaben dazu gibt, wie viele GERD-Patienten nicht auf eine PPI-Therapie ansprechen. Zu den Ursachen für ein solches Nichtansprechen gehören nach ihren Angaben falsche Diagnosen sowie eine mangelnde Adhärenz, die sich in Ungenauigkeiten in Bezug auf Dosierung und den Zeitpunkt der Einnahme ausdrückt. Ziel der Untersuchung war es, die Prävalenz eines Nichtansprechens auf eine optimale PPI-Therapie zu ermitteln sowie welchen Anteil NERD, Reflux-Hypersensitivität und funktionelles Sodbrennen an diesem Nichtansprechen haben. Die Studienautoren beurteilten die Häufigkeit und Schwere von GERD-Symptomen (Sodbrennen, Regurgitation, Schmerzen in der Brust) sowie von Dysphagie, Aufstoßen, epigastrischen Schmerzen, Völlegefühl nach den Mahlzeiten, Reizdarm-Syndrom (IBS), Globusgefühl und HNO-Symptome bei Patienten, die zuvor als Non-Responder eingestuft worden waren. Patienten mit mindestens einem der ösophagealen Symptome mindestens 3-mal pro Woche wurden mit 40 mg Esomeprazol täglich über einen Zeitraum von 8 Wochen behandelt und dann erneut beurteilt. Non-Responder (Patienten mit ösophagealen Symptomen mindestens 3-mal wöchentlich) wurden mittels 24-stündiger Multikanal-intraluminaler Impedanz-pH-Metrie evaluiert. Von 573 konsekutiven Patienten erhielten 92 mit ösophagealen Symptomen und Nichtansprechen auf PPI Esomeprazol, davon zeigten 60 keine Reaktion auf die Therapie. IBS, epigastrische Schmerzen und Völlegefühl nach Mahlzeiten waren mit einem schlechten Ansprechen assoziiert. Patienten mit NERD, Reflux-Hypersensitivität und funktionellem Sodbrennen machten 32 %, 42 % und 26 % derjenigen in der Gruppe mit Nichtansprechen auf PPI aus. Fazit In der Untersuchung sprachen 20 % der Patienten mit GERD-Symptomen nicht auf eine PPI-Therapie an. Autoren: Ribolsi M et al. Korrespondenz: Mentore Ribolsi, Dipartimento di Malattie dell‘Apparato Digerente, Università Campus BioMedico, Rom, Italien; [email protected] Studie: Prevalence and clinical characteristics of refractoriness to optimal proton pump inhibitor therapy in non-erosive reflux disease Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2018;48(10):1074–1081. Web: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/apt.14986
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