Psoriasis: Tyrosinkinase-Inhibitor in Erprobung28. Januar 2019 © Michail Petrov – fotolia.com Tyrosinkinase-Inhibitoren binden an verschiedene membranständige oder zytoplasmatische Tyrosinkinasen und hemmen dadurch ihre enzymatische Aktivität, die für die Aktivierung verschiedener Signaltransduktionswege in der Zelle verantwortlich ist. TKIs benutzen dabei 4 verschiedene Mechanismen: Sie konkurrieren entweder mit Adenosintriphosphat (ATP), der phosphorylierenden Einheit oder dem Substrat – oder sie binden außerhalb des aktiven Zentrums und beeinflussen dessen Aktivität allosterisch. Tyrosinkinase-Inhibitoren kommen in verschiedenen Indikationen zum Einsatz: Als Chemotherapeutika werden sie etwa zur Therapie von malignen Tumoren genutzt; weitere Indikationen sind chronisch-entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und neuerdings auch Psoriasis: In ersten Studien zeigte sich, dass der Tyrosinkinase-2-Inhibitor BMS-986165 die Ausprägungen der Psoriasis vermindern kann. Dies konnte nun auch in einer Phase-II-Studie bestätigt werden. Eingeschlossen waren 267 Patienten mit einer seit mindestens 6 Monaten bestehenden moderaten bis schweren Plaque-Psoriasis (PASI-Score ≥12). Die Teilnehmer erhielten über 12 Wochen in unterschiedlicher Frequenz 3, 6 oder 12 mg Verum oder Placebo. Unter Placebo reduzierte sich der PASI gegenüber Studienbeginn um 7 %, unter dem Tyrosinkinsase- 2-Inhibitor, je nach Dosisregime, um bis zu 75 % (bei 2 mal täglich 6 mg). Die Unterschiede gegenüber Placebo waren bei einer Dosis von 6 oder 12 mg signifikant. Mit zunehmender Dosierung stieg auch der Anteil der Patienten, die eine PASI-Reduktion um 50 % oder auch um 90 % erreichten. Der Anteil der Patienten, bei denen die psoriatischen Läsionen unter BMS-986165 vollständig verschwanden, betrug bis zu 25 %. In den Verumgruppen kam es zu 3 schweren Nebenwirkungen und zu 1 malignen Melanom (96 Tage nach Behandlungsbeginn). Insgesamt kamen unerwünschte Ereignisse mit einer Rate von 51 % unter Placebo und 55–80 % unter dem getesteten Tyrosin-2-Kinase-Inhibitor vor.
Mehr erfahren zu: "Atopische Dermatitis: Besserung der Ekzemschwere unter Rocatinlimab" Atopische Dermatitis: Besserung der Ekzemschwere unter Rocatinlimab Zwei neue Studien zeigen anhaltende Verbesserungen bei Hautbefund, Pruritus und Lebensqualität durch Blockade des OX40-Immunrezeptors mit Rocatinlimab.
Mehr erfahren zu: "Nigeria: Befragung zu Hautaufhellern im frühen Kindesalter" Nigeria: Befragung zu Hautaufhellern im frühen Kindesalter Eine neue Befragung in einer semiurbanen Gemeinde Nigerias legt nahe, dass ein erheblicher Anteil der Kinder unter 5 Jahren Hautaufhellungsprodukten ausgesetzt ist. Die Studie wurde im Open-Access-Journal „BMJ Open“ veröffentlicht.
Mehr erfahren zu: "Patienten mit atopischem Ekzem können Badeintervall selbst bestimmen" Patienten mit atopischem Ekzem können Badeintervall selbst bestimmen Eine große Studie hat ergeben, dass Menschen mit Neurodermitis sowohl täglich als auch nur einmal pro Woche baden oder duschen können, ohne dass dies einen Einfluss auf ihre Symptome hat.