Psyche und Diabetes: Bidirektionale Assoziationen nachgewiesen22. November 2024 © AlexanderNovikov – stock.adobe.com (Symbolbild) Das Ziel US-amerikanischer Wissenschaftler war es, mögliche bidirektionale Assoziationen zwischen dem Beginn chronischer Diabeteskomplikationen (CDC) und psychischen Gesundheitsstörungen (MHD) bei Personen mit Typ-1-Diabetes (T1D) oder Typ-2-Diabetes (T2D) zu ermitteln. Die Forschenden nutzten eine nationale repräsentative Datenbank mit gesundheitsbezogenen Angaben, um Personen mit T1D, T2D oder ohne Diabetes mithilfe einer nach Alter (0–19, 20–39, 40–59 und ≥60 Jahre) stratifizierten Propensity-Score-Quasi-Randomisierungstechnik zu identifizieren. Die CDC und MHD ermittelten sie anhand von ICD(International Code of Diseases)-9/10-Codes und wandten zudem Cox-Proportional-Hazard-Modelle zur Bestimmung von Korrelationen zwischen den MHD- bzw. CDC-Risiken an. Insgesamt flossen die Daten von 553.552 Personen in die Untersuchung ein (44.735 mit T1D, 152.187 mit T2D und 356.630 ohne Diabetes). Die Auswertung ergab, dass eine CDC das Risiko für die Entwicklung eines MHD erhöhte (HR 1,9–2,9; p<0,05, mit höheren HR bei älteren Teilnehmern). Das Vorhandensein einer MHD erhöhte wiederum das Risiko für die Entwicklung einer CDC (HR 1,4–2,5; p<0,05, mit der höchsten HR im Altersbereich von 0–19 Jahren). In der Altersgruppe <60 Jahre hatten Personen mit T1D häufiger eine CDC, während Personen mit T2D öfter eine MHD aufwiesen. Die Beziehung zwischen CDC und MHD wurde in beiden Richtungen jedoch nicht durch den jeweiligen Diabetestyp beeinflusst (pInteraktionseffekte>0,05). Fazit Die Autoren konnten eine konsistente bidirektionale Assoziation zwischen CDC und MHD über die gesamte Lebensspanne hinweg nachweisen, was die Korrelation zwischen beiden Erkrankungen unterstreicht. Die Prävention und Therapie einer der beiden Komorbiditäten trägt dazu bei, das Risiko für die Entwicklung der jeweils anderen zu verringern. (bi) Autoren: Watanabe M et al. Korrespondenz: Brian C. Callaghan; [email protected] Studie: Bidirectional Associations Between Mental Health Disorders and Chronic Diabetic Complications in Individuals With Type 1 or Type 2 Diabetes Quelle: Diabetes Care 2024;47(9):1638–1646. Web: https://doi.org/10.2337/dc24-0818
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